Cookies 🍪

Diese Website verwendet Cookies, die Ihre Zustimmung brauchen.

Zum Inhalt springen

Blog

29.08. 2026

Der Alpenbock im Nationalpark Donau-Auen

Praktikantin Hannah untersucht einen Stammstapel

Während meines Praktikums durfte ich einige Monitorings und Artenschutzprojekte durchführen und unterstützen. Eines meiner liebsten war dabei das Alpenbock-Monitoring.

Vielleicht kennt der eine oder andere diesen hübschen blauen Käfer von Briefmarken, auf denen er gerne abgebildet wird. Der Alpenbock (Rosalia alpina) ist durch seine Größe, aber vor allem durch seine charakteristische Blaufärbung leicht zu erkennen. Sie ist bedingt durch eine feine Behaarung. Unbehaarte Bereiche des Körpers erscheinen schwarz, wodurch diese Bockkäfer (Cerambycidae) eine auffällige Zeichnung aufweisen.

Zu finden ist der Alpenbock vor allem in lockeren und strukturreichen Wäldern. Aufgrund der fortschreitenden Intensivierung der Forstwirtschaft werden unsere Wälder immer strukturärmer. Dieser Verlust an Vielfalt geht einher mit dem Verlust an Lebensraum für den Alpenbock. Denn er ist auf das Vorkommen von Totholz an sonnenbeschienenen Plätzen wie Waldränder oder Lichtungen angewiesen. Der Nationalpark Donau-Auen mit seinen größtenteils naturbelassenen Wäldern und damit auch vorhandenen Totholzstrukturen bietet geeignete Habitate. Stämme verschiedener Baumarten werden dabei vom Alpenbock als Habitatbäume genutzt. Neben der bevorzugten Baumart Rotbuche (Fagus sylvatica) ist mittlerweile bestätigt, dass diese Bockkäfer auch Esche (Fraxinus excelsior), Feldahorn (Acer campestre) und Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) annehmen.

Zum ersten Mal wurde der Alpenbock im Nationalpark Donau-Auen im Jahr 2009 bei Petronell-Carnuntum gesichtet. Seitdem wird jährlich von Juni bis August ein Monitoring durchgeführt, bei dem an verschiedenen Standorten nach den blauen Käfern Ausschau gehalten wird.

Dieses Jahr durfte ich das Monitoring übernehmen. Dafür begab ich mich einmal in der Woche an sonnigen, windstillen Tagen zu den Monitoringstandorten und dokumentierte, wie viele Männchen und Weibchen zu sehen waren. Bereits am ersten Tag des Monitorings im Juni entdeckte ich nach wenigen Minuten einen Alpenbock und war beeindruckt von der Färbung und Zeichnung der Tiere.

Interessant ist auch die Lebensweise dieser Käfer. Der Alpenbock lebt als Larve für drei bis vier Jahre in Totholzstämmen, bis er sich verpuppt und nach wenigen Wochen als adultes Tier durch ein zuvor von der Larve geschaffenes Ausschlupfloch aus dem Holz kommt. Im Gegensatz zum Larvenstadium ist das adulte Lebensstadium des Alpenbocks sehr kurz. Er lebt nur zehn Tage bis wenige Wochen. Innerhalb dieses kurzen Zeitraums geschieht die Fortpflanzung und es herrscht reges Treiben auf den Holzstämmen. Somit ist auch das Monitoring auf die wenigen Wochen, in denen die adulten Tiere leben beschränkt.

/assets/blog/20260829_alpenbockmonitoring/Alpenbocke-auf-Holz.jpg

Alpenböcke auf Holz

/assets/blog/20260829_alpenbockmonitoring/Alpenbock-beim-Schlupf.jpg

Alpenbock beim Schlupf

/assets/blog/20260829_alpenbockmonitoring/Monitoring.jpg

Hannah beim Monitoring

/assets/blog/20260829_alpenbockmonitoring/Weiblicher-Alpenbock.jpg

Weiblicher Alpenbock

/assets/blog/20260829_alpenbockmonitoring/Mannlicher-Alpenbock.jpg

Männlicher Alpenbock

Besonders spannend fand ich dabei, die Verhaltensweisen der einzelnen Individuen zu beobachten. Die Männchen verteidigen ihren Stamm gegen andere männliche Artgenossen, wobei auch mal das eine oder andere Tier vom Stamm geworfen wird. Auch einen schlüpfenden Alpenbock konnte ich beobachten, ebenso Paarungen sowie Weibchen bei der Eiablage. Dieses läuft dabei mit ausgefahrener Legeröhre über den Baumstamm – zumeist auf der Schnittfläche. Mit der Legeröhre tastet da Weibchen das Holz auf der Suche nach Rissen ab, in denen es einzeln seine Eier ablegt. Somit können Männchen und Weibchen oftmals am Verhalten unterschieden werden.

Optisch gibt es ebenso Unterschiede. Das Hauptunterscheidungsmerkmal beim Alpenbock sind die Fühler, die auch zu seiner Namensgebung beigetragen haben, da sie an die Hörner des Steinbocks erinnern. Die Fühler des Männchens sind deutlich länger als der Körper und können auch die doppelte Körperlänge erreichen. Die Fühler des Weibchens hingegen sind nur etwas länger als die eigene Körperlänge. Auf den schwarzen Fühlergliedern befinden sich beim Männchen am dritten bis sechsten Fühlerglied schwarze Haarbüschel, beim Weibchen am dritten bis achten Glied. Zudem besitzt die Fühlerspitze des Männchens eine braune Färbung.

Schlussendlich durfte ich über den Zeitraum von zwei Monaten insgesamt 79 Individuen des Alpenbocks beobachten.

Hannah Denzl
Praktikantin im Nationalpark Donau-Auen

Kommentar posten

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren