Blog
Mein Praktikum auf der Schlossinsel im Sommer 2026
Da ich vergangenes Jahr ein Praktikum in einem anderen Bereich des Nationalparks absolviert hatte, war es für mich eine Art „Rückkehr“ und ich habe mich im Vorfeld schon sehr auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern und die neuen Aufgaben auf der Schlossinsel im Juni und Juli 2026 gefreut.
Das ganze Team des Nationalparks und im Besonderen jenes der Schlossinsel hat mich sehr herzlich in Empfang genommen, geduldig auf die diversen anfallenden Aufgaben vorbereitet, tatkräftig unterstützt und immer ein offenes Ohr für meine Fragen, Anliegen und Anregungen gehabt. Ich möchte mich gleich zu Beginn bei euch allen dafür recht herzlich bedanken! Es war eine tolle Zeit mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen!
Meine Arbeitstage gestalteten sich im Allgemeinen sehr abwechslungsreich. Zu den täglichen Routinearbeiten zählten u. a. die Kontrolle und Pflege der verschiedenen Stationen auf der Schlossinsel, des Teiches, der Unterwasserstation, Versorgung bzw. Fütterung und Ausmisten der Schafe, Pflege und Fütterung der Fische, Donau-Kammmolche, Gelbbauchunken, Ziesel und anderen tierischen Bewohner, Bewässern der Beete, Pflege und Säubern der Wege und des Geländes, Heckenschneiden etc.
Da unsere Schafe zu Beginn meines Praktikums gerne „Ausflüge“ unternahmen, wurde ein neuer Zaun angeschafft und gemeinsam aufgestellt, der nun Aurelia, Donna und Co. erfolgreich im Zaum hält. Reptilienfütterungen sind immer ein besonderes Erlebnis, da man hier die Tiere hautnah erleben kann – viele tolle Fotos und Videos sind dabei entstanden. Die Zusammenarbeit mit Kollegin Caro am Paludarium und das Ausbringen der Larve des Donau-Kammmolches waren sehr interessant und lehrreich. Hier konnte ich mich auch an der Gestaltung beteiligen, indem ich neue Pflanzen einsetzen durfte.
Neben den Tätigkeiten auf der Schlossinsel habe ich einige Zeit an einem Videoclip zum Projekt „Wellen der Vielfalt – Schutzgebiete entlang der Donau“ gearbeitet und hatte dabei die Gelegenheit, mit Maria Schindler, Leiterin des Schutzprogramms Europäische Sumpfschildkröte zusammenzuarbeiten und viele Informationen erhalten. Initiiert wurde die Kampagne „Wellen der Vielfalt“ vom Naturschutzzentrum Obere Donau in Beuron, Deutschland, das - so wie der Nationalpark Donau Auen - 2026 sein 30jähriges Bestehen feiert. Partnerinstitutionen entlang der Donau wurden zu diesem Gemeinschaftsprojekt eingeladen, um auf die schutzwürdigen Arten und Lebensräume des Donauraums aufmerksam zu machen. Der Fokus in unserem Videoclip liegt auf der Europäischen Sumpfschildkröte. Symbolhaft wird eine eigens gebaute Arche aus Holz weitergerecht und in allen Videos gezeigt.
Miriam mit der Holz-Arche für "Wellen der Vielfalt"
Neue Ziesel werden freigelassen
Miriam mit einer langen Ringelnatterhaut
Schildkrötenfütterung auf der Schlossinsel
Alpenbockmonitoring im Nationalpark
Weiters war ich in die Vorbereitung und Durchführung des „Danube Day 2026“ involviert und es war toll, die vielen Kinder an diesem Tag bei uns auf der Schlossinsel im Einsatz bei den diversen Stationen zu sehen. Meine liebe Kollegin Luisa und ich bekamen auch die Möglichkeit, an einer Ranger-Bootstour zum Danube Day teilzunehmen. Eine Menge an interessanten Informationen wurde uns geboten und gemeinsam mit einer Schulklasse wurde dann Abfall, der laufend an der Donau entlang angespült wird, gesammelt. Es ist unglaublich, welche Mengen an Müll am Ufer liegen.
Auch bei den Zieseln gab es einiges zu tun. Die Einfangversuche mit Lebendfalle in einem benachbarten Garten wurden von den abgewanderten und nun dort ansässigen Schlossinsel-Zieseln gekonnt ignoriert! Erfolgreich zu uns auf das Auerlebnisgelände übersiedelt wurden Ziesel von der Uni Wien. Manche von ihnen hatten es sehr eilig, von uns wegzukommen und in die Erdbauten im Gehege zu schlüpfen.
Darüber hinaus durfte ich auch am Schildkrötenmonitoring im Nationalparkgebiet teilnehmen. Ebenso war die Freilegung eines Geleges der Europäischen Sumpfschildkröte am Gelände der Schlossinsel mit fünf Eiern sehr spannend.
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der Ranger-Prüfungsexkursion von meiner Kollegin Sarah, die diese sehr informativ, professionell und für die Teilnehmenden spannend durchgeführt und natürlich auch bestanden hat. Danke dir, Sarah, dass ich dabei sein durfte!
Auch außerhalb der Arbeitszeit gab es schöne Momente mit dem Team des Nationalparks: Ein Dankeschön für die netten Grillabende und ein großes Danke auch an meine Praktikanten-Kolleginnen. Luca, es war echt eine gemütliche Zeit mit dir in der WG. Hannah, danke, dass du dir die Zeit genommen hast, uns zu besuchen. Die gemeinsamen Koch- und Spieleabende mit euch werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Ich möchte mich noch einmal bei allen für die herzliche Aufnahme und Kollegialität bedanken. Bei euch ist man in besten Händen!
Miriam Mann
Praktikantin im Nationalpark Donau-Auen