10 Jahre Nationalparkerweiterungsfläche Petroneller Auen
Mittwoch, 13.05.2026 , Petronell-CarnuntumDer Nationalpark Donau-Auen feiert heuer sein 30jähriges Bestehen und vor zehn Jahren wurde er um Auwaldflächen bei Petronell-Carnuntum erweitert. Gezielte Maßnahmen zur Umwandlung der Bestände hin zum Naturwald wurden seither umgesetzt. Nationalparkdirektorin Edith Klauser und Grundeigentümer Maximilian Abensperg-Traun besichtigten die Standorte anlässlich des Jubiläums.
Im Jahr 2016 wurde der Nationalpark Donau-Auen um ökologisch wertvolle neue Flächen erweitert. Durch einen Vertragsabschluss mit dem privaten Grundbesitzer Abensperg-Traun wurden 260 Hektar der Petroneller Au einbezogen, entschädigt und der Verwaltung des Nationalparks unterstellt. Für weitere 140 Hektar wurde ein Kooperationsvertrag zur forstlichen Außernutzungsstellung vereinbart. Für eine standorttypische Auwaldentwicklung wurden seitdem wesentliche Maßnahmen gesetzt und der Erfolg ist nun, nach 10 Jahren, bereits deutlich sichtbar.
Am 13. April überzeugten sich Nationalparkdirektorin Edith Klauser und Grundeigentümer Maximilian Abensperg-Traun bei einer Begehung der Umwandlungsflächen von der guten Entwicklung der Standorte. Auentypische Baumarten prägen die ehemaligen Forstbestände und gedeihen, auch eine Strauchschicht hat sich bereits etabliert.
„Insgesamt wurden in der Petroneller Au rund 7.700 Stück an Jungbäumen wie Schwarz- oder Silberpappeln und an Straucharten gepflanzt, um eine rasche natürliche Entwicklung zu fördern. Weiters wurde die Wasserversorgung durch Rückbau von Grabenquerungen verbessert. Seitdem erhält die Natur Raum und Zeit, um diese Flächen zu übernehmen und zu gestalten. Bereits jetzt können Gäste beim Spaziergang durch die Petroneller Auen sehen, wie sich wieder prächtige Auwälder einstellen und die Artenvielfalt zunimmt. Diese positive Entwicklung setzt sich fort. Auch dienen die Flächen nun als wertvoller Forschungsraum für langfristige Waldentwicklung. Ich danke unseren Partnern, der Familie Abensperg-Traun, für die Bereitschaft vor zehn Jahren, die Bestände in den Nationalpark Donau-Auen zu integrieren, sowie ihr Vertrauen. Gemeinsam haben wir hier einen großen Erfolg erzielt“, sagt Nationalparkdirektorin Edith Klauser.
„Als Grundeigentümer erfüllt uns diese Entwicklung mit großer Freude. Sie zeigt, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Grund und Boden und das bewusste Vertrauen in natürliche Prozesse nachhaltige Ergebnisse hervorbringen können. Wir sehen es als unsere Aufgabe, dieser Verantwortung gegenüber der Natur und den kommenden Generationen gerecht zu werden, und sind überzeugt, dass der hier eingeschlagene Weg genau diesem Anspruch entspricht. Die positive Entwicklung der letzten Jahre bestätigt dies auf schöne Weise. Umso mehr freuen wir uns, diesen Weg auch künftig in vertrauensvoller Zusammenarbeit fortzusetzen“, hält Maximilian Abensperg-Traun fest.
Der regelmäßige Erfahrungsaustausch und laufende enge Abstimmung werden weiterhin die sehr gute Zusammenarbeit in der Petroneller Au prägen.
Maßnahmen in der Petroneller Au
Über ein im EU-Förderprogramm Ländliche Entwicklung umgesetztes Projekt wurden von 2017 bis 2020 Maßnahmen zur Waldumwandlung gesetzt, mit Fokus auf junge Schlag- und Aufforstungsflächen. Die Eingriffe erfolgten in enger Kooperation mit den Grundbesitzern und Fachleuten wie dem Wissenschaftlichen Nationalparkbeirat.
Der selbständigen Naturverjüngung heimischer Baumarten und der Förderung von Strukturvielfalt von Röhricht bis Totholz wurde hohe Priorität beigemessen. Bei Pflanzungen wurden große Abstände vorgesehen, es wurden je nach Standort verschiedene Auwaldbaumarten gepflanzt, darunter Schwarz- und Silberpappel, Silberweide, Erle sowie Esche.
Maschinelle Bearbeitung wurde weitgehend vermieden, die Pflege (Freistellen heimischer Gehölzverjüngung, Entnahme invasiver Neophyten wie Eschanahorn oder Götterbaum, Entfernung von Wildverbissschutz nach Hochwachsen der Bäume) wurde händisch durchgeführt. Dabei konnte auch auf die Mithilfe von Freiwilligengruppen gezählt werden.
Neben den Waldumwandlungsmaßnahmen erfolgten als weitere Projektinhalte die Abgrenzung und Markierung des Erweiterungsgebietes im Freiland, der Rückbau von 23 Grabenquerungen und die Absenkung einer Traverse zur Verbesserung der Gewässervernetzung, eine Angleichung an bestehende Nationalparkinfrastruktur wie das Besucherleitsystem sowie umfassende Kartierung und Datenintegration.
Seit Abschluss des Projektes zeigt sich eine positive Entwicklung dieser Waldbestände, die weiterhin mittels Monitorings laufend dokumentiert wird. Auf einer der Umwandlungsflächen gibt es noch letzte Pflegeeingriffe, ansonsten ist die Waldumwandlung abgeschlossen.
Im Zuge der Beteiligung des Nationalpark Donau-Auen an der Forschung des BFW (Bundesforschungszentrum für Wald) wird auf die im Gebiet ausgepflanzten potentiell resistenten Jungeschen besonderes Augenmerk gelegt: Das Ziel ist die Etablierung von gegen die Krankheit Eschentriebsterben resistenten Zuchten zum Erhalt der Esche als wichtige Auwaldbaumart in Österreich.
Fotos: Nationalparkdirektorin Edith Klauser, Grundeigentümer Maximilian Abensperg-Traun sowie Karoline Zsak und Ronald Hillerbrand vom Nationalparkteam, Bereich Natur & Wissenschaft besichtigten am 13. Mai die Umwandlungsflächen in der Petroneller Au / alle © Kracher