FAQ
Welche Besonderheiten gibt es im Nationalpark Donau-Auen?
Die in Mitteleuropa einzigartige Aulandschaft des Nationalpark Donau-Auen und die hier nicht aufgestaute, also frei fließende Donau sind seine besonderen Merkmale. Er bietet Lebensraum für zahlreiche geschützte Arten. Dazu zählen Eisvogel, Seeadler, Flussregenpfeifer, Biber, Hundsfisch, Sterlet und die Europäische Sumpfschildkröte. Die Schwarzpappel, zahlreiche Orchideenspezies und die echte Wilde Weinrebe zählen zu den botanischen Sehenswürdigkeiten des Nationalparks. Zu den Highlights dieses Nationalparks zählt das Schloss Orth an der Donau, in welchem man unter anderem eine begehbare Unterwasserstation mit heimischen Fischen erleben kann. Es gibt ein umfassendes Besucherangebot mit Exkursionen, Veranstaltungen, Schulprogrammen und Ferienwochen.
Welche Tiere kann ich im Nationalpark Donau-Auen beobachten?
Im Nationalpark Donau-Auen kann man mit etwas Achtsamkeit zahlreiche Tierarten beobachten. Darunter finden sich diverse Vogelarten, viele Insekten, mitunter auch Reptilien wie Ringelnattern und Europäische Sumpfschildkröten sowie Säugetiere wie Rehe und Wildschweine. Zahlreiche Wildtiere leben jedoch auch recht verborgen und Sichtungen sind schwierig. Weiters gelten die Verhaltensregeln wie das Wegegebot für alle Gäste, um die Natur zu schützen.
Gibt es ein Wegegebot?
Ja, im gesamten Nationalpark Donau-Auen gilt ein striktes Wegegebot. Außerdem ist es erforderlich, Hunde an der Leine zu führen, jeglichen vermeidbaren Lärm zu unterlassen sowie mit Einbruch der Dunkelheit die Freizeitaktivitäten im Nationalpark einzustellen. Dieses dient dem Schutz der vielfältigen, besonderen Flora und Fauna der Aulandschaft.
Welche Aufgaben und Ziele hat der Nationalpark?
Der Nationalpark bewahrt auf mehr als 9.600 ha Fläche die letzte große Flussauenlandschaft Mitteleuropas. Gemäß dem Motto „Freier Fluss. Wilder Wald.” kann sich die Natur im Nationalpark frei entwickeln und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten werden geschützt und unterstützt. Aufgaben des Nationalparks sind unter anderem die Arbeit nach den Kriterien der IUCN, Förderung und Erhaltung dieses Gebietes von nationaler und internationaler Bedeutung, Bewahrung der repräsentativen Landschaftstypen sowie die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensräume sowie Schaffung von Möglichkeiten zu Zwecken der Bildung und Erholung, Wissenschaft und Forschung.
Welche Besuchereinrichtungen unterhält der Nationalpark?
Im Nationalparkzentrum im Schloss Orth an der Donau können Sie Ausstellungen, das museumORTH und das Auerlebnisgelände Schlossinsel erkunden. Dort warten eine begehbare Unterwasserstation, Spielbereiche und zahlreiche heimische Tierarten wie Europäische Ziesel, mehrere Schlangenarten und Europäische Sumpfschildkröten auf Sie.
Im Nationalparkhaus wien-lobAU sind Architektur und Natur in Einklang erlebbar. In der Ausstellung tonAU und im AU-Kino wird die Lobau abwechslungsreich präsentiert. Zusätzlich gibt es wechselnde Gastausstellungen. Die Freiräume rund um das Gebäude bieten Groß und Klein Erholung.
Gibt es Angebote für Schulklassen und andere Kindergruppen?
Ja, es gibt zahlreiche Angebote für alle Altersstufen – von Bootstouren, Projektwochen bis zu Themenwanderungen und Spähikelprogrammen.
Sind Hunde im Nationalpark erlaubt?
Ja, Hunde sind im Freiland erlaubt, allerdings gilt im gesamten Nationalpark Donau-Auen Leinenpflicht. Diese besteht der Sicherheit der Wildtiere sowie der Rücksicht auf andere Gäste. Im Schloss Orth an der Donau inklusive Schlossinsel und bei geführten Bootstouren sind keine Hunde gestattet.
Sind Fahrräder im Nationalpark erlaubt?
Ja, Fahrräder sind erlaubt – allerdings nur auf den grün markierten Radwegen. Außerdem gilt es, auf Tiere am Weg sowie auf Gäste Rücksicht zu nehmen. Mit Einbruch der Dunkelheit sind die Freizeitaktivitäten im Nationalpark einzustellen. Dies dient der Wahrung von Bedürfnissen dämmerungs- und nachtaktiver Arten.
Kostet der Eintritt etwas?
Nein, der selbstständige Eintritt in den Nationalpark im Freiland ist kostenlos. Der Eintritt im Schloss Orth an der Donau ist kostenpflichtig.
Wo befinden sich die Besucherzentren?
Es gibt zwei Besucherzentren: Das Schloss Orth an der Donau, Nationalparkzentrum und Museum und das Nationalparkhaus wien-lobAU in Wien.
Wann ist das Nationalparkzentrum im Schloss Orth an der Donau geöffnet?
Von 20. März bis 1. November ist das Schloss Orth an der Donau täglich von 9 – 17 Uhr geöffnet. Von 2. November bis 20. März besteht eine Wintersperre, telefonische Auskünfte und Buchungen können von Montag bis Freitag, 9 – 13 Uhr vorgenommen werden.
Wann ist das Nationalparkhaus wien-lobAU geöffnet?
Die Öffnungszeiten sind von Anfang März bis Anfang November jeweils 10 bis 18 Uhr (immer Mi und So) sowie nach Absprache bei Programmen für Schulklassen und Kindergruppen.
Wie komme ich öffentlich zum Nationalpark?
Die öffentliche Anreise in den Nationalpark Donau-Auen erfolgt über die VOR-Regiobus-Linien 550, 552 und 553, 545 oder 546 sowie die Schnellbahn Linie S7. In das Nationalparkhaus wien-lobAU in Wien gelangen Sie mit der Autobuslinie 92B oder 93A.
Welche Auswirkungen haben starke Hochwässer auf das Augebiet?
Fauna und Flora von Aulandschaften sind an wechselnde Wasserstände angepasst und vermögen sich nach der Überschwemmung rasch zu regenerieren. Mehr noch, für das langfristige Bestehen dieses Landschaftstyps ist die gestalterische Kraft des Hochwassers wesentlich! Denn nur so können seltene Lebensräume wie kahle Schotter- und Sandflächen, Schwemmholzhaufen sowie neue Abrisskanten in den Ufern des Flusses und seiner Nebenarme entstehen, welche von spezialisierten Lebewesen besiedelt werden.
Können Aulandschaften zum Hochwasserschutz beitragen?
Die weitläufigen Donau-Auen unterhalb von Wien stellen einen Rückhalte- bzw. sogenannten Retentionsraum dar. Dieser vermag große Wassermengen zurückzuhalten, verzögert wieder abzugeben und trägt somit bei, die Folgen von Hochwässern abzumildern.
Gibt es grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Donauschutzgebiete?
Die Donau ist ein internationaler Fluss, kein anderer Strom fließt durch so viele Länder. Daher stellt sie einen europaweit bedeutenden Naturraum dar. Das Netzwerk der Donauschutzgebiete DANUBEPARKS bündelt seit 2007 die vielfältigen Bemühungen entlang des großen Stroms hinsichtlich Natur- und Artenschutzes, ökologischem Flussbau und sanftem Tourismus.
Wo befinden sich die letzten freien Donaufließstrecken Österreichs?
In der Wachau (35 km) und östlich von Wien (47 km, davon 36 km im Nationalpark Donau-Auen) sind die letzten freien Fließstrecken Österreichs.
Welche Eigenschaften hat die Donau im Nationalpark?
Die Donau entspricht hier in ihrem Charakter einem Gebirgsfluss. Das durchschnittliche Gefälle liegt bei 40 cm / km und die Strömungsgeschwindigkeit bei 1-3 m/sec. Die Schneeschmelze im Gebirge verursacht Hochwässer vom späten Frühjahr bis in den Hochsommer, niederschlagsbedingte Hochwässer können das ganze Jahr über auftreten. Die ursprüngliche Donau wird dem Furkationstyp zugeordnet. Vor der Regulierung im 19. Jahrhundert existierte ein reich gegliedertes System von Haupt-, Neben- und Altläufen, deren Abflusskapazität ständig wechselte. Die Dynamik der Donau führte zur ständigen Neu- und Umbildung der Landschaft. Der Nationalpark versucht mit Renaturierungsprojekten, sich diesem Leitbild wieder anzunähern.
Welche Funktionen hat der Nationalpark?
Der Nationalpark erfüllt zahlreiche Funktionen, sowohl für den Naturschutz als auch für Menschen. Unter anderem fungiert er als ein "grünes Band" zwischen den Ballungsräumen Wien und Bratislava, bildet die größte zusammenhängende, ökologisch weitgehend intakte und naturnahe Aulandschaft dieser Art in Mitteleuropa, bietet ein Komplex von Ökosystemen, der gewaltige Vielfalt an Lebensräumen, Pflanzen- und Tierarten aufweist, ist Heimat und Refugium vieler gefährdeter Pflanzen- und Tierarten, ist ein natürlicher Rückhalteraum für Hochwässer und ein Garant hochwertiger Trinkwasserressourcen, die "Grüne Lunge" und Klimaregulator der Region und ein wichtiger Erholungsraum für Menschen.
Wie stark kann der Pegel der Donau schwanken?
In der Donau wurden Pegelschwankungen von bis zu 7 m gemessen.
Welche verschiedenen Lebensräume sind im Nationalpark zu finden?
Im Nationalpark werden Lebensräume verschiedenster Art miteinander vereint. Der Donaustrom, Alt- und Seitenarme, Tümpel und Gewässer verschiedenster Art, Schotterbänke an Inseln und Ufern, Flachufer mit Verlandungen und Übergängen vom Wasser zum Land, steile Uferkanten, Auwälder (Weiche und Harte Au) und Hangwälder sowie Wiesen und Heißländen bieten Lebensraum für die unzähligen Tierarten des Nationalparks.
Wie viele Tier- und Pflanzenarten leben im Nationalpark Donau-Auen?
Im Nationalpark Donau-Auen wachsen rund 900 Arten höherer Pflanzen. Die zahlreichen verschiedenen Lebensräume werden außerdem bewohnt von 39 Säugetier- und rund 100 Brutvogelarten, 8 Reptilien- und 13 Amphibienarten und 67 Fischarten. Zudem kann man hier eine reiche Fauna land- und wasserlebender Wirbelloser, darunter 2.480 nachgewiesene Insektenarten beobachten. Die vielfältigen Seitenarm- und Altgewässertypen im Nationalpark Donau-Auen sind auch Heimat für fast alle österreichischen aquatischen Wirbeltiere. Der Nationalpark Donau-Auen ist im Besonderen ein Hotspot der Artenvielfalt für Fische (74% aller in Österreich vorkommenden Arten) und Amphibien (67%).
Welche Schutzbestimmungen gelten im Nationalpark?
1978 Lobau: Lobauverordnung (Voll-, Teilnaturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet)
1978 Untere Lobau: Biosphärenreservat der UNESCO (aktuell nicht mehr gültig)
1979 Donau-March-Thaya-Auen: Landschaftsschutzgebiet
1983 Donau-March-Auen und Untere Lobau: Ramsarschutzgebiet
1996 Erklärung zum Nationalpark Donau-Auen
1997 Anerkennung als Nationalpark nach Kategorie II der IUCN (International Union for Conservation of Nature): Gebiet, das hauptsächlich zum Schutz von Ökosystemen und zu Erholungszwecken verwaltet wird
2004 Nationalpark Donau-Auen (Wiener Teil): Natura 2000 Gebiet sowohl nach der Vogelschutz-Richtlinie als auch nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie
2007 Nationalpark Donau-Auen (Wiener Teil): Europaschutzgebiet
2007 Donau-Auen östlich von Wien (NÖ): Natura 2000 Gebiet / Europaschutzgebiet nach der Vogelschutz-Richtlinie
2011 Donau-Auen östlich von Wien (NÖ): Natura 2000 Gebiet / Europaschutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie
In welche Zonen wird der Nationalpark eingeteilt?
Der Nationalpark Donau-Auen wird in eine Naturzone, eine Naturzone mit Managementmaßnahmen und eine Außenzone eingeteilt. Die Naturzone zeichnet sich dadurch aus, dass in ihr keine wirtschaftlichen Nutzungen, keine Eingriffe in die Natur, den Naturhaushalt und das Landschaftsbild und nur vorübergehende Managementmaßnahmen zur Förderung natürlicher Entwicklungen erlaubt sind. In der Naturzone mit Managementmaßnahmen werden keine Eingriffe, außer Maßnahmen in den Diensten der Naturschutzziele (z. B. Wiesenmahd) vernommen. Die Außenzone beinhaltet die Sonderbereiche (z. B. Wasserstraße, Äcker, Hochwasserschutzdamm) und den Fremdenverkehrs- und Verwaltungsbereich.
Welche starken Hochwasserereignisse gab es in der jüngeren Geschichte der Donau?
September 2024: 9.830 m³/sec
Juni 2013: 10.100 m³/sec
August 2002: 11.000 m³/sec
August 1991: 8.760 m³/sec
Juli 1954: 9.600 m³/sec
September 1899: 10.500 m³/sec
November 1787: 11.900 m³/sec
1501: 14.000 m³/sec
Wer verwaltet den Nationalpark Donau-Auen?
Die Verwaltung des Nationalpark Donau-Auen obliegt der Nationalpark Donau-Auen GmbH (gemeinnützige Gesellschaft mit dem Bund und den Ländern Niederösterreich und Wien als Gesellschafter). Ihre Geschäftsführung erfolgt durch die Nationalparkdirektorin, sie tagt regelmäßig in der Generalversammlung mit den Gesellschaftervertretern aus Bund und Ländern.
Welche Aufgaben hat das Nationalpark-Rangerteam?
Die umfassend ausgebildeten, zertifizierten Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger sind vor allem im Bildungsbereich tätig. Sie begleiten geführte Nationalparktouren und leiten Schulprojekte. Darüber hinaus werden sie bei Veranstaltungen eingesetzt. Einige wurden zusätzlich als Nationalparkaufsichtsorgane vereidigt und sind unterstützend zu den Nationalparkforstverwaltungen im Gelände unterwegs.
Wer entscheidet über Managementmaßnahmen im Nationalpark Donau-Auen?
Gemeinsam mit der Nationalparkdirektion (Nationalpark Donau-Auen GmbH) bilden die Leiter der beiden Forstverwaltungen Eckartsau (Nationalparkbetrieb Donau-Auen der Österreichischen Bundesforste AG) und Lobau (Stadt Wien – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb) den Geschäftsführenden Ausschuss. Dieser stimmt Jahresprogramm, Projekte und Aktivitäten ab.
Welche Beiräte unterstützen den Nationalpark Donau-Auen?
Es gibt einen Niederösterreichischen Nationalparkbeirat, Wiener Nationalparkbeirat, Örtlichen Beirat Orth an der Donau und Wissenschaftlichen Beirat.
Fehlt noch eine wichtige Frage? Mailen Sie uns an nationalpark@donauauen.at!