Blindschleiche

Anguis fragilis fragilis

Die Blindschleiche wirkt nur auf den ersten Blick wie eine Schlange. Sie bewegt sich viel steifer und langsamer. Der Schwanz kann bei Gefahr an bestimmten Bruchstellen abgeworfen werden, wird jedoch kaum regeneriert. Die Tiere sollten daher nie aufgehoben werden!

Merkmale
Blindschleichen sind keine Schlangen sondern beinlose Echsen! Daher zeigen sie bauchseits viele kleine Schuppen und nicht, wie bei Schlangen üblich, breite Bauchschilder.

Jungtiere sind oberseits silbergrau bis gelbbraun, die Flanken dunkelbraun bis schwärzlich. Bei älteren Tieren verliert sich dieser Farbkontrast und die Tiere erscheinen gleichmäßig hellbraun oder hell- bis dunkelgrau. Längsreihen dunkler Flecken sind entlang der Flanken möglich.

Die Gesamtlänge erreicht 45 bis 55 cm.

Verbreitung
In ganz Europa verbreitet.

Gefährdung und Schutzstatus
Die gerschützten Blindschleichen sind durch land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit, Lebensraumverlust, durch Einsatz von Bioziden und auch die direkte Verfolgung und Tötung durch den Menschen, Auto- und Radfahrer sowie oftmals streunende bzw. freilaufende Hauskatzen gefährdet.

Lebensweise
Blindschleichen wählen Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Besonders unter liegengebliebenem Schwemmmaterial und Totholz halten sich die Tiere gerne auf.

Als bevorzugte Nahrung werden kleine Nacktschnecken angenommen, daneben aber auch Regenwürmer, Heuschrecken, Asseln, Spinnen und sonstige Kleintiere überwältigt.

Besonderes
Blindschleichen sind lebendgebärend. Es werden daher kein Eier abgelegt, sondern nach etwa 3 Monaten Tragzeit 10 bis 15 Junge geworfen. Die Jungen sind bei der Geburt noch von der durchsichtigen Eihaut umschlossen, die sie bald durch eigene Bewegungen sprengen ("Ovoviviparie").

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