Osterluzei

Aristolochia clematitis

Die Osterluzei ist eine wärmeliebende Art die nur in den Tieflagen anzutreffen ist. Bemerkenswert ist vor allem der Bestäubungsvorgang bei dem kleine Fliegen in der Blüte gleichsam gefangen genommen werden. Das Entkommen wird solange verhindert bis sich die Staubgefäße entleert haben. Die pollenbeladenen Fliegen werden freigelassen, damit sie benachbarte Blüten bestäuben können.

Merkmale
Die Art ist eine ausdauernde Blütenpflanze die 30-70 cm groß wird. Der unregelmäßige aufrechte Stängel ist im Querschnitt stumpf 4kantig. Die Laubblätter sind herzförmig, vorne zugespitzt und deutlich gestielt.

2 bis 6 der gelben Blüten sind wirtelig in den Blattachseln angeordnet. Die Blüten bestehen aus einem grünlichen kugeligen Grund mit einer langen gelben Röhre. Sie enden mit einem großen löffelähnlichen gelben Randlappen. Die Pflanze blüht von Mai bis Juni. Anschließend wird als Frucht eine etwa walnussgroße vielsamige Kapsel gebildet.

Verbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet der Osterluzei liegt im Mediterranraum und in Westasien. Bei uns in Österreich ist die Art auf die Tieflagen beschränkt und nur zerstreut oder selten anzutreffen. In Vorarlberg kommt die Osterluzei nicht vor. Man findet die Pflanze in Auwäldern und an wärmebegünstigten Böschungen und Weingartenrändern.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Osterluzei ist im Rheintal, im nördlichen Alpenvorland sowie in den Kärntner Becken- und Tallandschaften regional gefährdet. Sie fehlt in Vorarlberg und wurde in Tirol und Salzburg eingeschleppt.

Lebensweise
Sie verfügt über eine bemerkenswerte Strategie welche die Fremdbstäubung ihrer Blüten sichert. Von den so genannten Kesselfallenblüten werden kleine Fliegen angelockt. Sie rutschen an der glatten Innenseite der Mündung ab und fallen in die lange Kronröhre. Die Blüte wirkt wie eine Reuse und kann infolge einwärts gerichteter Haare nicht verlassen werden.

Die Behaarung bildet sich erst zurück, nachdem sich die Staubbeutel entleert haben. Erst dann können die pollenbeladenen Fliegen der Falle entweichen und geraten häufig gleich wieder in eine benachbarte Blüte. Dort befruchten sie die entfaltete Narbe und werden erneut bis zum Reifen der Staubgefäße eingesperrt.

Besonderes
Die Osterluzei ist für uns giftig, stellt jedoch die bevorzugte Nahrungsquelle für die Raupen des prächtigen Osterluzeifalters (Zerynthia polyxena) dar. Der Osterluzeifalter hat wie seine Futterpflanze den Verbreitungsschwerpunkt in Süd- und Südosteuropa. Er erreicht in Österreich seine nördliche Verbreitungsgrenze.

Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass sein Lieblingsfutter gegen Norden zu immer seltener wächst.

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