Liliengewächse – Zweiblatt-Blaustern (i. e. S)

Scilla bifolia (s. str.)

Der Blaustern ist bei uns eine sogenannte Stromtalpflanze. Er ist in seiner Verbreitung auf die Flusstäler der Tieflagen beschränkt und gehört stellenweise neben dem Schneeglöckchen zu den ersten Frühjahrsboten im Nationalpark Donau-Auen.

Merkmale
Der Blaustern ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze, die zwischen 5 und 20 cm hoch wird. Aus der Zwiebel treiben 2 schmal-linealisch, grasartige Blätter die den Blütenstängel bis zur Hälfte seiner Höhe umschließen.

Der gerade grüne Stängel trägt 2 - 5 langgestielte Blüten. Die Blütenblätter sind etwa 8 mm lang und hell graublau bis violett. Die in der kugeligen Fruchtkapsel enthaltenen Samen sind frisch olivgrün und trocken dunkelbraun. Die Blütezeit reicht von März bis April.

Verbreitung
Allgemein ist der Blaustern in Süd- und Mitteleuropa, Holland bis Südwestpolen verbreitet. In Österreich kommt die Pflanze nur in den Tieflagen und der unteren Montanstufe entlang größerer Stromtäler vor und ist zerstreut bis selten in den Bundesländern Nieder- und Oberösterreich, Kärnten sowie Steiermark anzutreffen.

Im Nationalpark Donau-Auen zeigt diese „Halbschattenpflanze“ eine Vorliebe für die Bereiche des Harten Auwaldes, ist aber auch auf den Auwiesen immer wieder zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Blaustern ist in der Böhmischen Masse, dem Pannonikum sowie im Kärntner Becken und in den Tallagen des südlichen und östlichen Alpenraums regional gefährdet. In Niederösterreich sind alle Arten des Scilla bifolia Aggregats teilweise geschützt. Es dürfen „oberirdische Organe, aber nicht mehr als 5 Stück einer Art und im Höchstausmaß eines Handstraußes“ gepflückt werden.

Lebensweise
Ab Anfang März blüht der Blaustern. An der Basis des Fruchtknotens befindet sich eine Nektardrüse und die Blüten werden von Fliegen aber auch Honigbienen gerne besucht. Bleiben bei ungünstigen Witterungsverhältnissen wie Regen, Schneefall und Kälte aber erhoffte Blütenbesucher aus, so ziehen sich die verwelkenden Blausternblüten zusammen, wobei die Staubbeutel an die Narbe gedrückt werden und es so zur Selbstbefruchtung kommt.

Die Samen besitzen ein speziell für Ameisen gebildetes Anhängsel. Der Same wird mitsamt dem Anhängsel von den Ameisen als Beute mitgenommen und so verbreitet.

Als Frühjahrsblüher nutzt der Blaustern das erhöhte Lichtangebot bevor die Laubbäume austreiben. Durch die in der Zwiebel gespeicherte Energie kann die Pflanze rasch Blätter ausbilden und so das zeitlich begrenzte bessere Lichtangebot am Waldboden optimal ausnützen. Bevor es im Wald schattig wird hat die Pflanze bereits erfolgreich geblüht und genug Reservestoffe für die nächste Saison in der Zwiebel gespeichert.

Besonderes
Es werden verhältnismäßig viele Arten der Gattung Blaustern als Zierpflanzen gehalten, welche auch gelegentlich verwildern und so die genaue Bestimmung der Art erschweren.

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