Käfer – Ameisen-Sackkäfer

Clytra laeviuscula

Der attraktive, glänzende Blattkäfer sticht dem Betrachter auf Grund seiner roten Färbung sofort ins Auge. Sein interessantes und gleichzeitig charakteristisches Fortpflanzungsverhalten schützt den Käfer während der Entwicklung.

Merkmale
Die Oberflächen der Flügeldecken besitzen eine gelbrote bis rote Färbung mit je 1 schwarzen Punkt und 1 schwarzen Querbinde, die innen und außen nicht ganz bis zum Rand reicht. Die leuchtend rote Färbung kann als Warntracht verstanden werden, da der Käfer ungenießbar ist. Das glatte Halsschild ist schwarz gefärbt. Die gesägten kurzen Fühler und Beine sind ebenfalls schwarz. Bemerkenswert ist die dichte Behaarung des Körpers. Das 7-11 mm lange Insekt kann von Mai bis August beobachtet werden. Nimmt der Ameisen-Sackkäfer eine Bedrohung wahr, so stellt er sich tot.

Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit der verwandten Art Clytra quadripunctata, die deutlich kleinere schwarze Flecken aufweist.

Verbreitung
Der Verbreitung des Käfers erstreckt sich über ganz Mitteleuropa. Die Wahl der Lebensräume reicht von sonnigen Waldrändern über Flussauen bis zu naturnahen größeren Gärten mit entsprechender Vegetation.

Gefährdung und Schutzstatus
Clytra laeviuscula gilt momentan als nicht gefährdet.

Lebensweise
Der erwachsene Käfer ernährt sich vor allem von Weiden-, Eschen- und Weißdornblättern. Zur Fortpflanzung werden die gelegten Eier einzeln mit eigenem weichem Kot ummantelt, bis das Ei von einem Schuppenkleid umgeben ist das ungefähr 2 mm misst. Nach der Trocknung wird das Ei in die Nähe von Ameisenbehausungen getragen. Dort sollen die Eier von den Ameisen gefunden, als Bausubstanz betrachtet und in das Ameisennest getragen werden. In einer 2- bis 4jährigen Entwicklungszeit wachsen die Larven heran und umkleben immer wieder ihre Hülle mit ihren eigenen Ausscheidungen. Sollten sie von einer Ameise berührt werden, ziehen sich die Larven sofort vollständig in ihre Hülle zurück und sind damit unangreifbar. Zusätzlich werden zuerst vom Ei und später von der Larve Duftstoffe abgegeben, die dem Pheromon der „Ameiseneier“ ähneln, und daher von den Ameisen auch als solche angesehen werden. Selbst Hungerphasen stellen kein Problem dar, und sollte das Ameisenvolk in ein neues Nest ziehen, so wird auch die Käferlarve mitgenommen.

Die Käferlarven ernähren sich parasitär, wie z. B. von toten Ameisen, Häutungsresten, verbliebenen Beutetieren der Ameisen oder räuberisch von der Ameisenbrut selbst. Nach der Verpuppung in der Nähe des Nestausganges schlüpft der fertige Käfer erst, wenn auch der Chitinpanzer ausgehärtet ist, und verlässt den Ameisenbau.

Besonderes
Die Zeit des Larvenstadiums verbringt der Ameisen-Sackkäfer in einem Kotsack – daher der Name Sackkäfer. Ohne diese Hülle würde die Larve im Bau sofort von Ameisen angegriffen werden. Die Kothülle fungiert wie eine Art Panzer und wird von der Larve immer der eigenen Größe neu angepasst. Während der gesamten Entwicklung wird die Larve weder als Feind noch als Beute wahrgenommen. Am Ende kann die Länge der Hülle ca. 14 mm betragen. Schließlich erfolgt auch die Verpuppung im Kotsack.

Wegen seiner sehr speziellen Biologie gibt es keine Massenvermehrungen von Clytra laeviuscula. Vielmehr ist der Käfer ein Zeiger für das Vorhandensein von Ameisennestern, die erwünschte Nützlinge in den Lebensräumen sind.

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