Asiatische Körbchenmuschel

Corbicula sp.

Die Asiatische Körbchenmuschel sticht sofort ins Auge. Am Ufer entlang der Donau im Bereich des Nationalpark Donau-Auen sind die auf Grund ihrer Stärke oft unversehrten Schalen leicht zu finden.

Merkmale
Die Grobgestreifte Körbchenmuschel ist leicht zu verwechseln mit der Feingestreiften Körbchenmuschel. Beide besitzen auf der Schalenoberfläche 7-15 konzentrische Rippen pro cm. Die Schaleninnenseite hat eine weißliche bis blassbläuliche Färbung.

Außen ist die Schale gelblich bis bräunlich gefärbt. Die Außenmaße der sehr dicken, asymmetrischen Schalen können bis zu 28 x 26 x 21 mm erreichen.

Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Muschelarten ist Ost- und Südostasien. Von dort gelangte sie ungefähr 1920 als Nahrungsmittel nach Nordamerika. Möglicherweise im Ballastwasser leerer Frachtschiffe kamen die Muscheln dann nach Europa.

Der Rhein wurde erst 1985 besiedelt und seither hat sich die Art in Europa invasiv verbreitet. Es scheint, als sei die erfolgreiche Besiedelung und Ausbreitung in erster Linie auf die starke Vermehrungsmöglichkeit zurückzuführen.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Körbchenmuscheln dulden einen großen Wasser-Temperaturbereich von 2 bis 30 Grad Celsius, in dem sie vorkommen können. Zur Vermehrung sollte die Wassertemperatur jedoch mindestens 18 Grad betragen. Corbicula sp. verlangt allerdings einen hohen Sauerstoffgehalt im Wasser, was bedeuten würde, dass die Muscheln sich in der Anzahl selbst begrenzen. Da die Weichtiere normalerweise im Mündungsbereich vorkommen, wird auch ein hoher Salzgehalt des Wassers toleriert. In der Wahl des Gewässer-Untergrundes ist die Muschel nicht wählerisch, sowohl sandige, als auch kiesige und schlammige Gewässerböden werden besiedelt.

In der Vermehrungsphase können täglich mehrere hundert Jungtiere freigesetzt werden, insgesamt ca. 8000 Larven pro Jahr. Nach ungefähr 3 Jahren sind die Tiere geschlechtsreif.

Bei massivem Auftreten zeigen sich erste Veränderungen im Lebensraum, einheimische Schnecken- und Muschelarten können zurückgedrängt werden. Leider hat sich für Corbicula sp. noch kein Fressfeind gefunden, der diese potentielle neue Nahrungsquelle für sich nutzen konnte.

Auch eine „kulinarische Bekämpfung“ der Asiatischen Körbchenmuschel ist nicht empfehlenswert, da die Muscheln ihre Nahrung aus dem Wasser filtrieren und damit in ihrem Körper auch viele Giftstoffe angereichert werden. Dazu kommt eine relativ hohe Parasitenbelastung der Tiere.

Besonderes
Die Folgen der Besiedelung durch die Körbchenmuschel wirken sich auch in anderen Bereichen aus als direkt im Ökosystem. Die Larven sind nur einen Bruchteil eines mm groß und passieren daher Filtriereinrichtungen. So gelangen sie in Wasserleitungssysteme, wo sie sich anhaften. Durch ihre Metamorphose werden sie zu Muscheln, die wachsen, bis Corbicula die Systeme schließlich verstopft.

Wo auch immer Wasser gefasst wird, sei es zur Kühlung von Atomkraftwerken oder zur Grundwasseranreicherung, muss mit teils beträchtlichem zusätzlichem Arbeitsaufwand gerechnet werden.

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