Wanzen – Beerenwanze

Dolycoris baccarum

Die gut flugfähige Beerenwanze ist ab dem Frühjahr bis Oktober zu beobachten. Das Insekt sucht Pflanzen auf, die Beeren tragen. Diese dienen als Nahrungsquelle.

Merkmale
Die Größe der Beerenwanze kann bis zu 14 mm betragen. Bei genauerem Hinsehen sieht man unzählige kleine Einsenkungen am gesamten Körper und zusätzlich eine leichte Behaarung.

Die Färbung des Insekts geht von bräunlichgrün bis weinrot. Typischerweise befindet sich in der Mitte des Hinterleibes ein dreieckig geformter grüner Fleck. Die Seitenränder des Hinterleibes sind alternierend weißgelblich-schwarz gemustert. Die Fühler sind schwarz-weiß geringelt. Der Kopf erscheint, verglichen mit dem Rest des Körpers, klein.

Auf Grund der ausgezeichneten Tarnfarbe kann sich das Tier vor den zahlreich lauernden Fressfeinden in Sicherheit wähnen.

Verbreitung
Die Beerenwanze ist in ganz Europa verbreitet. Auch im Nationalpark Donau-Auen ist das Tier heimisch, hier zum Beispiel schätzt das Insekt die Kratzbeeren-Sträucher.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Beerenwanze ist überall häufig und dadurch nicht unter Schutz gestellt.

Lebensweise
Die zur Familie der Baumwanzen zählende Beerenwanze kann man auf verschiedensten Pflanzen antreffen. Sollte eine Beere als Nahrung in Frage kommen, wird zunächst ein Sekret abgegeben und damit der Beereninhalt verflüssigt. Anschließend wird dieser aufgesaugt. Doch auch Blattläuse, Spinnmilben und kleine Raupenarten zählen zum Nahrungsspektrum. Der Lebensraum kann eine Lichtung, ein Waldrand oder Garten sein.

Dolycoris baccarum paart sich im Juni, woran sich oft eine größere Anzahl von Tieren beteiligt. Die Eier werden in Ballen auf die Oberseite von Pflanzenblättern gelegt, es können ca. 30 Stück sein. Die daraus schlüpfenden Larven haben eine entfernte Ähnlichkeit mit erwachsenen Tieren. Sie sind dunkelbraun und auffallend behaart. In insgesamt 5 Stadien entwickelt sich die Larve ohne Puppenstadium zum adulten Tier. Mit jedem Schritt vergrößern sich die Flügelanlagen. Etwa ab Mitte August kann man die neue Generation beobachten, die den kommenden Winter versteckt im Boden überdauert.

Besonderes
Durch das Einspritzen des Sekrets wird die Beere für den Menschen ungenießbar. Sie hat dann den charakteristischen widerlichen „Wanzengeschmack“. Das Sekret mit dem bitteren Geschmack kann auch zur Feindabwehr benutzt werden.

Eine weitere Folge der Saugtätigkeit ist ein ungleichmäßiges oder ausbleibendes Ausreifen der Frucht.

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren