Meisen – Blaumeise

Cyanistes caeruleus

Die farbenfrohe, kompakt gebaute Blaumeise hängt regelmäßig kopfüber an Zweigspitzen und vollbringt erstaunliche Kletterkunststücke entlang der dünnsten Zweige. Dabei setzt sie ihre kurzen aber kräftigen Zehen auf vielfältige Weise als Werkzeug ein. Mit ihren nur 10 g Körpergewicht hat sie sich eine ökologische Nische erschlossen, zu der nur wenige Vögel, wegen des größeren Gewichtes, Zugang haben.

Merkmale
Der Altvogel besitzt ein weißes Gesicht mit schmalem schwarzen Augenstreif und adrettem schwarzen Latz. Der leuchtend blaue Scheitel ist ein sicheres Erkennungsmerkmal. Der grüne Rücken und der blaue Flügel mit einer weißen Flügelbinde erinnern an die deutlich größere und langschwänzigere Kohlmeise. Die Geschlechter ähneln einander, wobei die Farben beim Männchen etwas kräftiger ausfallen.

Mit ihrem raschen und wellenförmigen Flugstil, mit kurzen Phasen flatternder Flügelschläge, fliegt sie von Baum zu Baum, größere Strecken über freie Flächen meidet sie. Im Frühling kann man den schmetterlingsartigen Balzflug des Männchens beobachten, wobei es zwischen den Bäumen nieder schwebt.

Der Gesang besteht aus 2 feinen langgezogenen Tönen, gefolgt von einem silberhellen Triller „zih zih sirrrrrr“.

Verbreitung
Cyanistes caeruleus hat ganz Europa bis auf den Norden flächendeckend besiedelt und ist bis auf baumlose Hochlagen weit verbreitet. Sie meidet aber reine Nadelwälder. In den Donau-Auen kommt die Blaumeise in allen Stockwerken des Auwaldes vor, besonders wohl fühlt sie sich in der Krone von Eichen.

Als Standvogel oder auch Teilzieher wechselt sie ihre Heimat nur unwesentlich.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Nach Meisenart sucht sie ihre Nahrung und schaut dabei in alle möglichen Winkel. Für die Suche nach Insekten und deren Eier werden oft kleine Rindenstücke von den Bäumen gerissen. Wiederholt wurde auch beobachtet, dass Blaumeisen austretende Baumsäfte an Bruchstellen besuchen und sich daran laben. Besonders während der Jungenaufzucht vertilgen Blaumeisen eine Unmenge an Blattläusen und Schmetterlingsraupen. In den Wintermonaten werden zusätzlich zu Spinnentieren auch Sämereien gesucht. Diese fettreichen Energiespender werden mit ihrem feinen aber kräftigen Schnabel zwischen den Zehen bearbeitet.

Bereits gegen Ende des Winters, wenn das Ritual des „Höhlenzeigens“, was der Paarbindung dient, abgeschlossen ist, wird eine Bruthöhle ausgesucht. Diese befindet sich typischerweise höher am Baum und hat eine kleinere Einschlupföffnung als Höhlen anderer Meisen. Das vergleichsweise aufwändige Nest wird vom Weibchen alleine gebaut, das dabei aber vom Männchen immer begleitet wird. Der Unterbau besteht aus Moos. Die Mulde ist mit einer Schicht von Tierhaaren ausgepolstert. Erst wenn alle Eier gelegt sind, beginnt das Weibchen zu brüten, es wird dabei vom Männchen am Nest gefüttert. Damit die Eier auf allen Seiten gleichmäßig gewärmt werden, werden sie immer wieder verschoben und gedreht. Es erfolgen bis zu 2 Bruten im Jahr mit 7 bis 14 Nachkommen je Brut. Die Jungvögel verlassen nach etwa 16 Tagen das Nest.

Durch die oftmals exponierte Lage in den Zweigspitzen ist der Hauptfeind der erwachsenen Blaumeise der Sperber.

Besonderes
Cyanistes caeruleus tritt im Winter am Futterhaus sehr selbstsicher auf und vertreibt sogar größere Vögel.
Die Blaumeise gilt als ausgesprochen intelligent, in kniffligen Situationen kann es kaum ein anderer Vogel mit ihr aufnehmen. So fanden Blaumeisen bei einem Versuch schnell heraus, dass sie eine Reihe von Pfropfen herausziehen oder kleine Schubladen öffnen mussten, um an ihr Futter heranzukommen. Die schnelle Ausbreitung dieser Fähigkeit unter Artgenossen ist darauf zurückzuführen, dass sie durch Beobachtung lernen können.

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