Racken – Blauracke

Coracias garrulus

Die Blauracke hat in etwa die Größe einer Dohle. Durch ihr prächtiges, türkises Gefieder mit hell kastanienbraunem Rücken ist der Vogel unverwechselbar. Der Anblick ist für jeden Naturliebhaber etwas Seltenes und Außergewöhnliches.

Merkmale
Der Kopf ist auffallend groß, die gesamte Größe des Vogels kann 32 cm erreichen. Die krähenähnliche Gestalt wird durch einen gedrungenen schwarzen Schnabel der am Ende leicht gehakt ist abgerundet. Aus der Ferne scheint die Art dunkel gefärbt zu sein.

Fliegend wirkt die Blauracke durch den purpurfarbenen Bürzel und die blauen Flecken im Flügel noch farbenfroher. Der Flug ist geradlinig und ruhig, die Flügelschläge sind kräftig.

Der Ruf gleicht einem harten „rack-ack“, das 2 bis 3 mal wiederholt oder länger gereiht hervorgebracht wird, es kann wie kurze Maschinengewehrstöße klingen.

Verbreitung
Coracias garrulus ist der einzige Vertreter der Racken in Europa. Das Verbreitungsgebiet liegt in Europa vor allem im Mittelmeerraum. Als Zugvogel verbringen die Blauracken den Winter im südlichen Afrika. In Österreich hat sich die Verbreitung mittlerweile auf die Südoststeiermark beschränkt. Früher war die Blauracke auch im Umland des Nationalpark Donau-Auen heimisch, vereinzelt werden Sichtungen gemeldet.

Gefährdung und Schutzstatus
Auf längere Sicht sind die Bestände in Mitteleuropa sehr gefährdet und Coracias garrulus vom Aussterben bedroht. Durch die Umwandlung von einst insektenreichen Wiesen und Weideflächen in Maisäcker und den massiven Einsatz von Bioziden wurde der ehemals bestehende Lebensraum zum Nachteil dieser Vögel verändert.

Lebensweise
Den typischen Lebensraum der Blauracke stellt sehr licht bewaldetes, offenes Land mit ausreichend Ansitzmöglichkeiten dar. Brutstandorte in der Nähe von Gewässern werden bevorzugt. Essentiell ist ein großes Vorkommen an Großinsekten, diese müssen von einer erhöhten Warte aus erspäht werden.

Wurde ein lohnendes Beutetier gesichtet, so fliegt die Racke im Gleitflug bis zum Opfer, ergreift die Beute und kehrt zum Ansitz zurück. Das Nahrungsspektrum umfasst Käfer, Regenwürmer, Grillen, Tausendfüssler und junge Eidechsen.

In der Balzzeit vollführt das Männchen einen kiebitzartigen Balzflug, begleitet von einem rauen, krächzenden Ruf. Um erfolgreich zu brüten wird eine Nisthöhle benötigt, notfalls kann diese auch selbst in geeigneten Erdwänden wie etwa Lehm gegraben werden.

Besonderes
Auf Grund der Einzigartigkeit in unserem Land hat sich ein Verein zum Schutz der Blauracke gebildet. Der Blaurackenverein L.E.i.V. (Lebende Erde im Vulkanland) wurde 2003 ins Leben gerufen und ist mit Hilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern zu einer der bedeutendsten Naturschutzgruppen der Steiermark geworden. Es werden rund 500 Landwirte betreut, die auf ihren Bewirtschaftungsflächen Naturschutzarbeit leisten. Durch die gesetzten Maßnahmen und die extensive Nutzung der Kulturlandschaft soll den Blauracken an günstigen Orten das Brüten ermöglicht werden, wo sie auch jederzeit Zugang zu Nahrungsflächen haben.

Geeignete Maßnahmen sind:

  • Aufstellen von Attrappenleitungen und Sitzkrücken

  • Errichten von Nistkästen

  • Erstellen eines Plans mit gestaffelten Mähterminen

Weiters werden durch das Schutzprogramm genetische Untersuchungen und Nahrungsanalysen durchgeführt sowie Verhaltensprotokolle der Vögel erstellt. Auch eine Beringungsaktion trägt dazu bei, mehr über die Vögel und deren Lebensweise zu erfahren.

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