Falter – Blutströpfchen, Sechsfleck-Widderchen

Zygaena filipendulae

Großteils bekannt ist dieser zu den Nachtfaltern gehörende Schmetterling unter dem Namen Blutströpfchen. Die auffällige Färbung signalisiert Fressfeinden die Giftigkeit dieser Art.

Merkmale
In den Geweben des Falters sind giftige Bestandteile wie Blausäure, Histamin und Azetylcholin enthalten. Das stellt eine hochwirksame Verteidigungswaffe dar.

Die Vorderflügel sind mit einem Muster versehen, das mit 6 roten Flecken besetzt ist. 2 davon sind jeweils nahe beieinander und manchmal sogar miteinander verbunden. Die Grundfarbe besteht aus einer graublauen Färbung, sie schimmert jedoch je nach Lichteinfall verschieden metallisch. Die verkleinerten Hinterflügel besitzen eine charakteristisch leuchtend rote Färbung. Im Falle der Ruhestellung werden die Flügel dachartig übereinander gelegt. Insgesamt kann die Flügelspannweite bis zu 38 mm betragen. Man erkennt die Art auch an ihrem trägen, schwirrenden Flug. Die Spitzen der Antennen sind vollkommen schwarz gefärbt.

Die Raupe wirkt im Allgemeinen gedrungen, sie zeichnet sich durch eine schwarze Kopfkapsel aus und wird 22 mm lang. An den Enden verjüngt sich ihre Form abrupt. Die Färbung des Raupenkörpers ist gelbgrünlich, den Rücken ziert eine Doppelreihe schwarzer Flecken, beidseits begleitet von gelben Zeichnungen.

Verbreitung
Das Vorkommen von Zygaena filipendulae erstreckt sich über weite Teile Europas. Es besiedelt dort Höhen bis zu 2500 m. Im Nationalpark Donau-Auen fühlen sich die Falter auch besonders auf den Trockenrasenflächen wohl, sie können dort und auf Auwiesen regelmäßig beobachtet werden.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Die bevorzugten Lebensräume des Sechsfleck-Widderchens sind Niederungen, Wiesen, Heidegebiete, Waldränder und Brachland. Zur Begattung berühren sich die Falter mit dem Hinterleib und verhaken sich dabei regelrecht. Der in das Weibchen übertragene Samen wird zunächst in einer Begattungstasche gespeichert, unmittelbar vor der Eiablage wird dann jedes Ei einzeln befruchtet. Die Entwicklung der Nachkommenschaft findet auf krautigen Pflanzen wie Hornklee und Kronwicke statt.

Dafür legt das Weibchen im Juli und August die Eier in Haufen auf der Blattunterseite der Futterpflanzen ab. Die Raupen fressen solange es die Jahreszeit zulässt, überwintern und erreichen im darauf folgenden Jahr im Juni ihre Maximalgröße. Einige Wochen nach der Verpuppung an vertrockneten Grashalmen, wo ein gelblichweißes, längliches Gespinst gesponnen wird, schlüpfen die Falter. Mit ihrem gut entwickelten Rüssel der bei Bedarf ausgerollt wird nehmen adulte Tiere Blütennektar zu sich.

Besonderes
Auch wenn das Sechsfleck-Widderchen tagaktiv ist und von Juni bis September zu beobachten ist, gehört es zoologisch betrachtet zu den Nachtfaltern. Daher sind die Fühler beim männlichen Geschlecht auch doppelt gekämmt.

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren