Gartenrotschwanz

Phoenicurus phoenicurus

Dieser schlanke Vogel mit den langen Beinen steht fast immer aufrecht und fällt durch sein ständiges Schwanzzittern auf. Das Prachtkleid der Männchen gehört zweifelsfrei zu den buntesten unserer Singvögel. Leider gehört der Gartenrotschwanz vielerorts zu den stark gefährdeten Vögeln, denen unsere besondere Aufmerksamkeit gilt.

Merkmale
Das kontrastreiche Federkleid des Männchens setzt sich aus einer schwarzen Kehle und schwarzem Gesicht mit weißem Stirnfleck zusammen. Schwanz, Bürzel, Brust und Flanken besitzen eine leuchtend rostrote Färbung. Die Oberseite ist schiefergrau gefärbt.

Die Weibchen sind mit Brauntönen erst deutlich unauffälliger. Mit zunehmendem Alter kann sich die Färbung jedoch der kontrastreichen Färbung der Männchen angleichen.

Verbreitung
Mehr als die Hälfte des Brutareals des Gartenrotschwanzes liegt in Europa. In Mitteleuropa bilden Deutschland und Frankreich die Verbreitungsschwerpunkte. Diese Zugvögel brechen recht früh in ihre Winterquartiere auf und kehren zwischen Ende März und Anfang Mai zurück. Den Winter verbringt der Gartenrotschwanz südlich der Sahara in Afrika.

Gefährdung und Schutzstatus
In Österreich scheint der Gartenrotschwanz auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere auf. Der Bestand geht großräumig in Besorgnis erregendem Ausmaß zurück oder verschwindet regional sogar. Es ist nach Expertenmeinung erhöhter Schutzbedarf dieser Art gegeben, zum Beispiel durch Abbau von Forschungsdefiziten oder Unter Schutz -Stellung ihrer Lebensräume. Auch tief greifende Veränderungen in den afrikanischen Überwinterungsgebieten, wie weitere Ausdehnung der Wüsten durch den Klimawandel werden als Grund für sein Verschwinden angeführt.

Lebensweise
Phoenicurus phoenicurus siedelt sich gerne in lichten trockenen Laub- oder Kiefernwäldern an und braucht als Halbhöhlenbrüter alten Baumbestand. Auch naturbelassene Obstwiesen sind sein Lebensraum. Im Nationalpark Donau-Auen sind die Waldränder mit reichlich Totholz für diese Art interessant. Im Unterschied zum Hausrotschwanz ist der Gartenrotschwanz immer in der Nähe von Bäumen anzutreffen. Zur Nahrungssuche lauert dieser Vogel auf meist niedrigen Ansitzwarten, Ästen oder kleineren Büschen. Wird ein Insekt erspäht, so fliegt er kurz auf den Boden oder fängt Insekten während eines kurzen Fluges in der Luft wie ein Fliegenschnäpper. Häufigster Nahrungsbestandteil sind Haut- und Zweiflügler sowie Käfer. Schmetterlinge spielen vor allem als Nestlingsnahrung eine Rolle. Ergänzend werden auch Beeren und Früchte, Würmer und Asseln gefressen.

Normalerweise schreitet dieser prächtige Vogel 1 mal pro Jahr zur Brut. Von Mitte Mai bis Juni werden 5-8 Eier in ca. 13 Tagen ausgebrütet. Auch akustisch macht sich der Gartenrotschwanz bemerkbar, wobei der Gesang immer mit einem kräftigen, gequetschten Triller beginnt und mit zaghaft zwitschernden Tönen ausklingt. Die Strophen werden im Detail ständig verändert und von den Wipfeln hoher Bäume vorgetragen.

Besonderes
Man kann diesem Vogel helfen, seinen Bestand zu erhalten, indem man bei der Landschaftsgestaltung umdenkt. Er braucht abwechslungsreiche Lebensräume ohne sterile Rasenflächen oder fremdländische Gehölze. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel müsste zugunsten von natürlicher Vielfalt verzichtet werden. Spezielle Nistkästen können in passender Umgebung für die Brut förderlich sein.

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