Käfer – Gerippter Totenfreund

Thantatophilus sinuatus

Man findet den ausgewachsenen Käfer an Aas, wobei das Verwesungsstadium keine Rolle spielt. Der Körper des Gerippten Totenfreundes ist flach und schwarz mit einem ovalen Umriss. Der Name sinuatus bezieht sich auf die äußeren gebogen verlaufenden Rippen auf den Flügeldecken.

Merkmale
Die Flügeldecken bedecken den Hinterleib nicht völlig. Eine helle Behaarung umfasst die Körperunterseite, den Kopf, das Halsschild und die Basis der Flügeldecken. Beim Halsschild erscheint durch zahlreiche flache beulenförmige Erhöhungen der optische Eindruck als ob es durch viele Hammerschläge bearbeitet wurde. Die elfgliedrigen Fühler sind an ihrem Ende keulenförmig verdickt.

Verbreitung
Die Art ist in Europa weit verbreitet und überall häufig. Im Mittelmeerraum, wo es temperaturbedingt möglich ist, kann man den Käfer ganzjährig antreffen.

Gefährdung und Schutzstatus
Thantatophilus sinuatus ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Die Käfer sind tagaktiv, sie spüren mit ihrem Geruchssinn das Aas auf, erreichen es fliegend und laufen eventuell bis zum Ziel. Die Nahrung wird mit den Mundwerkzeugen durchgeknetet und währenddessen mit erbrochenem Verdauungssaft aus dem Mitteldarm vermengt. Dadurch wird ein Teil des Aas bereits außerhalb des Darms verdaut. Wenn Aas in großen Mengen vorhanden ist, sind sie in der Lage viel auf einmal zu fressen. Andererseits haben sie die Fähigkeit längere Zeit zu hungern. Im Falle einer Gefahr fliegen sie nicht auf, sondern verkriechen sich eher im Untergrund.

Für die Fortpflanzung paaren sich die Geschlechter im 1. Drittel des Jahres. Anschließend legt das Weibchen durchschnittlich 11 gelblichweiße Eier pro Gelege, insgesamt rund 450 Eier in wenige cm tiefe Erdhöhlen ab. Es dauert etwa 3 Tage bis zum Schlüpfvorgang der asselförmigen Larve. Sie macht in ihrer Entwicklung 3 Larvenstadien durch bis sie sich verpuppt. Dazu vergräbt sie sich in den Boden und schafft sich eine Höhlung. Die Puppe selbst ist ca. 11 mm lang und gehört zum Typ der freien Puppen, das heißt die Formen des zukünftigen Käfers sind bereits gut erkennbar. Nach ungefähr 10 Tagen ist der Jungkäfer geschlüpft und beginnt sofort mit dem Reifungsfraß, einer Zeitspanne bis zur Fähigkeit zu einer erfolgreichen Paarung.

Die Tiere die noch nicht zur Fortpflanzung gekommen sind graben sich im Herbst bis zu 15 cm in das Erdreich ein, um zu überwintern. Alle anderen Individuen überleben den Winter nicht.

Besonderes
Der Käfer kann in der Forensik möglicherweise wertvolle Dienste leisten. Bei Laborversuchen ist eine gute Korrelation zwischen dem Morphingehalt des Kadavers und im Larvalstadium des Käfers nachgewiesen worden. Gifte können also im Käfer noch quantitativ nachgewiesen werden, während dies am Kadaver bzw. an einer Leiche vielleicht nicht mehr möglich ist.

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren