Große Rote Wegschnecke

Arion rufus

Im Nationalpark Donau-Auen stellt sich die Große Rote Wegschnecke manchmal als eine der am häufigsten sichtbaren Tierarten dar. Das rührt von ihrer Vorliebe für feuchte, nicht zu warme Böden und abgeschattete Bereiche, wo sie auch untertags auf Nahrungssuche kriechen kann.

Merkmale
Die zur Ordnung der Landlungenschnecken gehörende Art hat am Mantelschild ein gut sichtbares Atemloch. Ihre Größe kann 15 cm erreichen. Durch ihre Färbung kann man sie nicht eindeutig bestimmen, der Farbton geht von rötlich über dunkelbraun bis schwarz, der Fußrand ist immer rot.

Über eine Drüse im Kiel sondert das Weichtier ein schleimiges Sekret aus, das die Fortbewegung erleichtert. Die Wahrnehmung erfolgt über die beweglichen Fühler, die meist dunkler als der übrige Körper gefärbt sind. Charakteristisch ist auch der gerunzelte Rückensaum des Körpers.

Die ähnliche, eingeschleppte Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) hat als Jungtier eine Längsbänderung.

Verbreitung
Die Verbreitung der Großen Roten Wegschnecke erstreckt sich auf weite Teile Europas, hier kommt sie bis in mittlere Höhen von 1500 m und mehr vor. Im Nationalpark Donau-Auen kann man sie bei entsprechender Feuchtigkeit oft in großer Anzahl an verrottenden Baumstrünken sehen.

Gefährdung und Schutzstatus
Arion rufus ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Als Nahrung nutzt diese Schneckenart hauptsächlich pflanzliches Material, das nicht mehr mit dem Saftstrom der Pflanze verbunden ist, z.B. abgefallene Blätter von Bäumen oder faulende Pflanzenteile. Auch Pilze jeglicher Art sowie Aas dienen bei Bedarf. Die Nahrung wird mit einer Raspelzunge, die mit Chitinzähnchen besetzt ist, abgeraspelt. Auf Futtersuche begeben sich diese Nacktschnecken erst, wenn feuchte Witterung vorherrscht oder bei Dunkelheit.

Das Finden eines Partners stellt für diese Schnecke kein Problem dar, sie sind Zwitter und befruchten sich meist gegenseitig innerhalb einer stundenlangen Paarung. Das komplizierte Ritual verhindert auch die Kreuzung verschiedener Arten. 2 bis 3 Wochen später werden bis zu 50 Eier in mehreren Gelegen an geschützten Stellen in Feuchtbereichen abgelegt. Weitere 4 Wochen später schlüpfen die Jungschnecken. Im Herbst abgelegte Eier überwintern.

Besonderes
Das gehäufte Auftreten der Roten Wegschnecken im eigenen Garten wird mit verschiedensten Methoden bekämpft. Denn in den Augen von Gartenliebhabern und Landwirten gelten sie als unerwünschte Gäste, im globalen Ökosystem nehmen sie aber eine wichtige Rolle ein. Sie dienen vielen Tieren als Nahrung, dazu zählen Vogelarten, Mäuse, Laufkäfer, Igel, Blindschleichen usw. Auch spielen sie eine große Rolle bei der Beseitigung von Aas. Nicht verwechselt werden sollte diese Art mit der eingeschleppten Spanischen Wegschnecke.

Ein definitiv nicht empfehlenswertes Produkt ist Schneckenkorn, neben der Giftigkeit für Mensch und Tier stößt die Schnecke noch ihre ganzen, eventuell vorhandenen Eier aus, welche sich weiter entwickeln. Wenn schon Bekämpfung, dann bitte natürliche Gegenspieler fördern!

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren