Käfer – Haselblattroller

Apoderus coryli

Durch seine Färbung und Kopfform ist der Haselblattroller leicht zu erkennen. Er unterscheidet sich von den nahe verwandten Rüsselkäfern vor allem durch seine nicht geknieten Fühler.

Merkmale
Das Halsschild und die Flügeldecken haben eine leuchtend rote Farbe. Der Kopf und die Fühler sind jedoch schwarz, wobei der Kopf nach hinten halsartig verengt ist.

Apoderus coryli erreicht eine Länge von 6-8 mm. Den erwachsenen Käfer kann man von Mai bis September beobachten. Die Beine sind kräftig entwickelt, passend für langsames Schreiten. Vom Körper weg sind sie zunächst rot, die folgenden Glieder sind dann schwarz gefärbt. Die Fußunterseiten sind dicht behaart.

Verbreitung
Die Verbreitung erstreckt sich auf die Laubwälder Europas.

Gefährdung und Schutzstatus
Es liegt keine Gefährdung vor.

Lebensweise
Der Haselblattroller entwickelt sich vor allem an Haselblättern, seltener an Erle und Birke. Die Weibchen stellen zur Eiablage sehr kunstvoll geformte Blattrollen her, in denen sich die Larven geschützt entwickeln können. Diese Blattwickel werden sehr viel öfter gefunden als der Käfer selbst.

Nachdem der Blattwickel fabriziert wurde, erfolgt die Ablage von 1 - 4 Eiern in kleine, mit dem Rüssel geformte Taschen in das Abschlussgewebe des Blattes. Die Blattrolle welkt allmählich, knickt an der angenagten Mittelrippe ab und fällt anschließend mit den Larven meist zu Boden. Die junge Larve verzehrt zunächst ihre Eihülle und frisst anschließend das Blattmaterial ihrer Behausung. Im fortgeschrittenen Alter wird sie lachsfarben. Mit zunehmender Größe hat sie eine Kammer ausgefressen, die hintere Seite ist gefüllt mit Kotballen.

Im ausgewachsenen Zustand verpuppt sich das Insekt, die nach vorne geklappten Flügel und der gegliederte Hinterleib sind bereits gut zu erkennen. Nachdem die Puppe ihre Haut abgestreift hat, ist eine neue Generation des Haselblattrollers in die Welt gesetzt worden. Die Jungkäfer der 1. Generation schlüpfen Ende Juli aus und bilden sofort wieder neue Rollen. Die Larven dieser Generation überwintern in den zu Boden gefallenen Rollen und verpuppen sich erst im nächsten Frühling.

Besonderes
Nachdem das Weibchen die für die außergewöhnliche Brutvorsorge gefertigten Blattrollen zugeschnitten hat, „näht“ Apoderus coryli die fertige Rolle mit Rüsselstichen fest. Beim Einstechen des Rüssels verhaken sich winzige Blattteilchen ineinander und halten das Blatt in seiner aufgerollten Form. 

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