Käfer – Schwarzblauer Ölkäfer

Meloë proscarabaeus

Der Schwarzblaue Ölkäfer ist in Mitteleuropa eine der am weitesten verbreitetsten Arten in der Familie der Ölkäfer. Ein Weibchen legt innerhalb von zwei Wochen fünf- bis sechsmal 2.000-10.000 Eier in Böden ab. Im Nationalpark Donau-Auen kann man ihn, zusammen mit anderen Ölkäfern, als das giftigste Tier der Au bezeichnen.

Merkmale
Der Käfer wird zwischen 11-35 mm groß, hat eine Färbung die von schwarzblau bis schwarz und manchmal auch bis lebhaft blau oder violett reicht.

Das Männchen ist kleiner als das Weibchen und trägt geknickte Fühler. Die Glieder 5-7 der Fühler sind vor allem beim Männchen erweitert und unregelmäßig geknickt. Beim Weibchen sind diese nur einfach verdickt. Der Hinterleib ist besonders beim Weibchen, durch die in ihrem Körper enthaltenen Eier, recht dick.

Der Schwarzblaue Ölkäfer hat stark verkürzte Flügeldecken und ist flugunfähig.

Verbreitung
Die Art lebt in Europa und kommt auch östlich bis Zentralasien vor. Im Nationalpark Donau-Auen ist sie bis auf die recht trockenen Bereiche wie den Heißländen oder dem Hochwasserschutzdamm fast überall anzutreffen.

Gefährdung und Schutzstatus
In Österreich ist die Art nicht gefährdet, im Nationalpark Donau-Auen noch ausgesprochen häufig.

Lebensweise
Die Entwicklung der Ölkäfer ist sehr kompliziert und risikoreich. Die Weibchen legen ihre vielen Eier in eine kleine, selbstgegrabene Höhle in sandigen Boden. Aus den Eiern schlüpfen Larven mit 3 Klauen (die sogenannten Triungulinus-Larven), die eine Blüte erklettern und dort auf eine Wildbiene warten. Da sie sich an jedes haarige Insekten- oder Spinnenbein klammern, das sie dort finden, gehen sehr viele zugrunde. Nur diejenigen, die eine einzeln lebende Wildbiene (eine Solitärbiene) erwischen, haben eine Chance, durchzukommen. Sie lassen sich von der Biene in deren Nest tragen.

Dort wandeln sie sich zu trägen, madenartigen Larven um und fressen die Pollenvorräte, welche die Biene für ihre eigene Larve eingetragen hat und schließlich auch noch die Bienenlarve selbst. Dann legen sie ein Scheinpuppenstadium ein, erst nach diesem verpuppen sie sich. Die erwachsenen Käfer sind Pflanzenfresser, was man an ihrem grünen Kot gut sehen kann.

Besonderes
Ölkäfer sind für ihre Giftigkeit bekannt. Werden Ölkäfer bedroht, geben sie aus Poren der Beingelenke dickflüssige gelbe Tropfen ab. Diese austretende Körperflüssigkeit enthält insbesondere bei Männchen Cantharidin, eine für den Menschen hochgiftige Substanz. Ein Gramm kann ungefähr 26 Menschen töten.

Im Vergleich dazu vertragen Igel große Mengen dieser Käfer. Die zum Tode führende Dosis beträgt bei Igeln 140 mg/kg und somit die 280-fache Menge wie beim Menschen. Daher zählen auch Ölkäfer zum Nahrungsspektrum der Igel.

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