Käfer – Schwarzer Moderkäfer

Ocypus olens

Der wehrhafte Schwarze Moderkäfer erhebt bei Störungen das Ende des Hinterleibs gleich einem Skorpion und öffnet die Kieferzangen als Drohgebärde. Auch für den Menschen ist dieser Käfer ein nicht ganz ungefährliches Tier.

Merkmale
Der mehr als 3 cm große schwarze Käfer ist ein recht auffälliger Waldbewohner. Die Färbung ist komplett mattschwarz,  gleichzeitig ist eine schwarze Behaarung vorhanden. Die Flügeldecken haben ungefähr die Länge des Halsschildes.

Der Kopf ist übergroß und die Kieferzangen sind sehr gut ausgebildet, ein Biss von ihnen ist für den Menschen sehr schmerzhaft. Sollte die Drohgebärde als Abwehrverhalten nicht ausreichen und der Feind sich näher als 20 cm heranwagen, so wird angegriffen. Aus weißen Wehrdrüsen am Ende des Hinterleibs kann Ocypus olens weiters ein übel riechendes, ätzendes Sekret auf seine Gegner schleudern.

Verbreitung
Die Verbreitung von Ocypus olens erstreckt sich auf ganz Europa.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Schwarze Moderkäfer ist eine sehr häufige europäische Art. Auch im Nationalparkgebiet ist er anzutreffen.

Lebensweise
Dieser Käfer, der zur Familie der Kurzflügler gehört und auch seine Larve leben räuberisch. Jagend anzutreffen ist das Insekt vorwiegend in der Nacht, wo nach wirbellosen Tieren wie Insektenlarven, Regenwürmern und besonders auch nach Nacktschnecken gesucht wird.

Den Lebensraum bilden bevorzugt feuchte Wälder und Auen. Es sollten morsche Holzstücke am Boden oder lockerer Bodenstreu von Laubbäumen nicht fehlen, so dass ein Versteck für untertags gefunden werden kann.

Die Larve ist weiß, sie gräbt sich mit Hilfe der kräftigen Oberkiefer eine Erdhöhle, mit den Vorderfüßen kann die Erde entfernt werden. Dort lauert sie auf vorbeikommende Beutetiere, die mit den Füßen gepackt und mit den Mundwerkzeugen zerlegt werden. Nachdem 3 Entwicklungsphasen durchlaufen wurden verpuppen sich die Junginsekten binnen 150 Tagen.

Erwachsene Tiere können einen Winterschlaf halten, andere Individuen wiederum bleiben aktiv.

Den Namen Moderkäfer bekam das Tier, weil auch Aas zum Nahrungsspektrum von Ocypus olens gehört.

Besonderes
Die Beutetiere werden mit den Kieferzangen attackiert, festgehalten und mit den Kiefern zerkleinert. Mit Hilfe der Vorderbeine wird eine große weiche Pille gedreht. Diese wird so lange gekaut, bis sich ein brauner Nahrungsbrei bildet, der dann verzehrt wird. Das Fressverhalten der Larven ähnelt dem der erwachsenen Tiere.

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