Falter – Kleiner Fuchs

Aglais urticae

Der Kleine Fuchs fliegt sehr gut, so dass man sie fast überall antrifft. Dieser Falter ernährt sich vom Nektar verschiedenster blütentragender Pflanzen, unter anderem auch von den sogenannten Hauptnektarpflanzen Wasserdost und Kratzdistel.

Merkmale
Die Oberseite der beiden, insgesamt ungefähr 50 mm breiten Flügel hat eine orange Grundfärbung. Die Mitte der Vorderflügel weisen 3 schwarze Punkte auf, am gezähnten Flügelrand sind schwarz eingefasste bläuliche Punkte angeordnet.

Der Körper ist dunkelbraun und stark behaart. Die Fühler sind wie bei allen Tagfaltern an der Spitze keulenförmig verdickt.

Verbreitung
Aglais urticae ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Das Gebiet erstreckt sich im Süden von Spanien und Italien bis nach Skandinavien. Je nach Jahreszeit und Temperatur kommen diese Falter auch bis 2500 m Höhe vor.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Kleine Fuchs ist überall zahlreich und steht dank seiner Futterpflanzen nicht auf der Roten Liste der aussterbenden Arten.

Lebensweise
Am liebsten fliegt der Kleine Fuchs bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen. Der Wind sollte allerdings nicht zu stark sein. Er ist dann zwar weiterhin aktiv, aber nur in windstillen Momenten, die er für Blütenbesuche nutzt. Bei stärkerem Wind sitzen die Falter in der Vegetation nahe dem Boden und fliegen nicht auf.

Der Kleine Fuchs überwintert bei uns als erwachsener Falter an geschützten Orten und ist dadurch schon an den ersten warmen Frühjahrstagen zu beobachten. Bereits im Frühjahr legt das Weibchen an die Triebspitzen von Brennnesseln etwa 100 grüne, gerippte Eier. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Raupen. Solange sie nicht allzu groß sind, leben sie sehr gesellig in einem Gespinst aus Seide und fressen ihre Wirtspflanze. Später jedoch leben sie einzelgängerisch. Ihre Farbgebung sind doppelte gelbliche Längsbinden auf dunklem bis schwarzem Grund mit einer Vielzahl von Stacheln. Bei Berührung oder Erschütterung reagieren sie empfindlich, sofort rollen sie sich zusammen und lassen sich fallen.

Nach mehreren Häutungen entsteht aus der Raupe eine Puppe, die oft an der Fraßpflanze hängt. Als Stürzpuppe hängt sie, nur mit dem Hinterteil befestigt, kopfüber in der Vegetation. Die Farbe ist grün oder braun mit metallisch glänzenden Zacken. Nach maximal 2 Wochen schiebt sich daraus der fertige Schmetterling heraus. Nach einigen Stunden sind die Flügel abgetrocknet und damit steif geworden. In den warmen Verbreitungsgebieten kann es bis zu 3 Generationen geben.

Besonderes
Als Wanderfalter unternehmen die Tiere innerhalb ihres Besiedlungsgebietes kürzere Wanderungen. Aglais urticae kann man auch beim Hilltopping antreffen, es dient vor allem dem Finden von geeigneten Geschlechtspartnern. Dabei werden exponierte Stellen im Gelände von den Männchen angeflogen, sie sichern sich dort je nach Stärke ein bestimmtes Areal. Es soll möglichst weit oben gelegen sein.

Paarungsbereite Weibchen dieser Art fliegen ebenfalls solche Orte an, um Männchen zu finden. Im Nahbereich dienen dann Pheromone der Geschlechterfindung. So ist gewährleistet, dass sich auch wenige vorhandene Individuen treffen, beziehungsweise dass die weiblichen Tiere von den dominanten und kräftigsten Männchen begattet werden.

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