Käfer – Kleiner Leuchtkäfer

Lamprohiza splendidula

Diese interessanten Käfer sind vielerorts auch unter dem Namen Glühwürmchen oder Johanniskäfer bekannt. Durch eine biochemische Reaktion können die Insekten tatsächlich mit ungefähr einem 1000stel einer Kerzenlichtmenge leuchten.

Merkmale
Da Lamprohiza splendidula oft um den 24. Juni, den Johannistag zu beobachten ist, kam es zum Namen Johanniswürmchen/käfer. Die Geschlechter sind deutlich voneinander zu unterscheiden.

Während das Weibchen nur kurze Flügelstummel besitzt und flugunfähig ist haben Männchen voll ausgebildete Flügel und können ruhige, kreisende Flüge vollführen.

Die Kleinen Leuchtkäfer erreichen eine Größe von 10 mm, das Halsschild trägt 2 große, transparente Fensterflecken.

Verbreitung
Die Verbreitung des Käfers erstreckt sich über das gemäßigte Europa. Zur Schwärmzeit kann man sie an Waldrändern, naturbelassenen Gärten und in Parks finden. Als Lebensraum bevorzugen sie extensiv bewirtschaftete Flächen und dichten Unterwuchs. Natürlich gibt es auch im Nationalpark Donau-Auen ein ausreichendes Vorkommen dieser charakteristischen Käferart.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Kleine Leuchtkäfer war früher weiter verbreitet, sein Vorkommen ging in den letzten Jahrzehnten aber stark zurück. Die Faktoren die den Glühwürmchen das Leben schwer machen sind vielfältig. Insekten- und Schneckengifte können sie direkt oder indirekt schädigen, Bodenverdichtung und -bearbeitung beeinträchtigen Gelege und Larven.

Lebensweise
Der Kleine Leuchtkäfer sendet seine Signale nur in warmen Sommernächten des Juni aus. Dabei sitzt das paarungsbereite Weibchen leuchtend im Gras, die Männchen fliegen auf der Suche nach potentiellen Partnerinnen durch die Nacht und lassen sich zielsicher über ihnen fallen. Die Tiere paaren sich am Boden, die Eier werden ebenfalls im Boden abgelegt. Bald danach sterben die Käfer. Die schlüpfenden Larven machen eine mehrjährige Entwicklung mit 5 Häutungen durch, auch sie besitzen schon die Leuchtorgane.

Die Larven sind auf Schnecken aller Art spezialisiert. Sie verfolgen deren Schleimspur und überwältigen die Beute, auch Gehäuseschnecken, mit mehreren Giftbissen. Verzehrt wird die Nahrung unter Laub oder im Gebüsch. Erwachsene Tiere nehmen keine Nahrung mehr auf, sie zehren von ihren gespeicherten Vorräten im Körper.

Neben der Partnersuche dient das Leuchten auch der Feindabwehr. Potentielle Feinde werden vor einer ungenießbaren Beute gewarnt. Für sehr viele Vögel, Amphibien und Ameisen sind Leuchtkäfer nachgewiesen giftig beziehungsweise weigern diese sich, sie zu erbeuten.

Besonderes
Der Vorgang des Leuchtens passiert in speziellen „Leuchtzellen“ an der Bauchseite des Hinterleibes. Durch den Leuchtstoff Luciferin und das Enzym Luciferase als Katalysator, in Verbindung mit Sauerstoff, wird Licht abgestrahlt. Es ist ein kaltes Licht mit einem Wirkungsgrad von bis zu 95%. Im Vergleich dazu produziert eine Glühlampe nur maximal 5% sichtbares Licht. Für eine perfekte Abstrahlung sorgt eine reflektierende Schicht aus Salzkristallen. Zusätzlich befinden sich auch glasartige lichtdurchlässige Bereiche im Käferpanzer. Der sehr genau steuerbare Prozess des Leuchtens dauert immer nur wenige Sekunden lang.

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