Meisen – Kohlmeise

Parus major

Die Kohlmeise ist die größte, häufigste und auffälligste Meise in Mitteleuropa. Sie ist fast überall anzutreffen, kommt im Winter auch gerne zum gefüllten Futterhäuschen und überrascht uns mit lauten, verschiedenartigen Rufen.

Merkmale
Die hübsche Meise ist an ihrem auffälligen Federkleid leicht zu erkennen. Der glänzend blauschwarze Kopf mit schneeweißen Wangen sowie kräftige schwarze Streifen in der Mitte der leuchtend gelben Brust und Unterseite sind kennzeichnend für diesen Standvogel.

Männchen mit einem breiteren und dunkleren Bruststreifen sind gegenüber Tieren mit weniger Schwarz im Vorteil. Diese dominanten Tiere haben die besten Reviere mit den größeren Nahrungsangeboten. Weibchen haben einen weniger ausgeprägten Mittelstreif, der auch nicht so eine tiefschwarze Färbung besitzt. Parus major erreicht ein Gewicht von 20 g und eine Länge von rund 14 cm.

Bereits im zeitigen Frühjahr kann man ihr „zi-zi-be“ vernehmen, eine typische Stimme im Vorfrühling. Der Ruf der Kohlmeise ist dabei durchwegs lauter und härter als bei anderen Meisenarten.

Verbreitung
Kohlmeisen sind in ganz Europa bis auf Island daheim, ihr Lebensraum sind bevorzugt Laub- und Mischwälder, Gärten und Parks. Im Winter schließen sie sich oft zu gemischten Trupps zusammen. Der Vorteil dieser aus verschiedenen Meisenarten, Wintergoldhähnchen, Kleibern und Baumläufern bestehenden Trupps besteht in der erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber Fraßfeinden. Auch im Nationalpark Donau-Auen kann man sie Sommer und Winter auf Grund des reichen Baumhöhlenangebotes häufig hören und beobachten.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Kohlmeise zählt in Österreich zu den ungefährdeten Vogelarten. Durch ihre rasche Anpassungsfähigkeit kann sie viele Habitate sehr gut nützen.

Lebensweise
Die Kohlmeise ist ein territorialer Vogel, der das Revier lebenslang bewohnt. Als Standvogel lebt sie im Winter von ölreichen Samen und Früchten, am Futterhaus nimmt sie gerne diverse Fettfuttergemische. Im März legen sie ihre endgültigen Brutreviere fest und gehen in der Regel eine monogame Saisonpartnerschaft ein.

Die Nester werden immer in Baum- oder Mauerhöhlen sowie Nistkästen angelegt, manchmal werden auch originelle Plätze, wie Postkästen oder Straßenlampen ausgewählt. Ist das Nest aus Moos und Flechten fertig, wird es innen noch mit diversen Tierhaaren weich ausgepolstert. Dann werden täglich 1, insgesamt 5-12 weißliche Eier mit rötlichen Flecken vom Weibchen gelegt und 14 Tage lang bebrütet. Es lässt sich während dieser Zeit vom Männchen füttern und verlässt nur wenige Minuten täglich das Gelege.

In der Nestlingszeit von etwa 18 Tagen werden die Jungen von beiden Elternteilen gefüttert. Als Nahrung dienen ihnen verschiedenste Insekten, Raupen und Spinnen, die sie eher in den unteren Ästen und in Stammnähe erbeuten. Manchmal kann man sie auch bei Ausflügen am Boden beobachten, wo sie Sämereien aufpicken. Diese werden dann auf einem geeigneten Zweig typischerweise mit den Beinen festgehalten und mit dem für Meisen recht kräftigen Schnabel bearbeitet. Damit ziehen sie oft die Aufmerksamkeit auf sich, weil die Samen so geräuschvoll aufgehämmert werden.

Besonderes
Als Insektenfresser sind Kohlmeisen gern gesehene Gäste in Gärten. Eine Vogelfamilie mit ihren Jungen kann in einem Sommer bis zu 50 kg Insekten und Kleintiere als Nahrung zu sich nehmen. Bis zu 600 mal pro Tag werden die Jungen im Nest von den Altvögeln gefüttert. Sie zählen damit zu den natürlichen Feinden von überproportional auftretenden Insektenlarven.

Untersuchungen haben ergeben, dass Kohlmeisen heute 2 Wochen früher mit der Brut beginnen als vor 50 Jahren. Damit reagieren sie auf das wärmebedingt zeitigere Schlüpfen von Insektenraupen. Die Tiere reagieren also flexibel auf das bestehende Nahrungsangebot, das Brutverhalten muss nicht durch genetische Veränderungen angepasst werden.

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