Wespen – Lehmwespe

Ancistrocerus sp.

Trotz optischer Ähnlichkeiten mit Echten Wespen verhalten sich Lehmwespen niemals aggressiv, sie interessieren sich auch nicht für menschliche Nahrung, daher ist jegliches Unbehagen unbegründet.

Merkmale
Ancistrocerus sp. bildet eine Unterfamilie bei den Faltenwespen. Sie zählt zu den solitär lebenden Wespen. Die Insekten besitzen alle die schwarz-gelbe Zeichnung, ihr Körperbau zeigt die schmale Wespentaille. Die Unterscheidung zwischen den einzelnen Arten gestaltet sich äußerst schwierig.

Alle Individuen der Lehmwespen sind fruchtbare Weibchen oder Männchen, es gibt keine unfruchtbaren Arbeitstiere. Ihre Stacheln verwenden die Tiere zur Lähmung von Falterlarven, welche zur Aufzucht der Brut benötigt werden.

Verbreitung
In Mitteleuropa kommen gesamt bis zu 82 Arten von Ancistrocerus vor.

Gefährdung und Schutzstatus
Lehmwespen zählen zu den gefährdeten Insektenarten.

Lebensweise
Ihre Zellen bauen die Lehmwespen meist aus feuchtem Lehm, der mit Speichel vermischt wird. Diese Einzelnester bauen die Tiere in Zweige, an Mauerwerk oder in Käferfraßgänge. Sehr gerne nehmen die Insekten auch Nisthilfen wie Insektenhotels an.

Wenn eine Zelle mit erbeuteten Larven verschiedener Falter befüllt ist, so wird ein Ei dazugelegt und sie abschießend mit Lehm verschlossen. In dieser Weise können mehrere Einzelzellen hintereinander oder nebeneinander angelegt werden. Insgesamt können mehrere Nester im Verlauf des Sommers vom Weibchen errichtet werden. Die heranwachsende Larve hat nun genug Nahrungsvorrat um sich. Die Lehmbehausung dient der fertig entwickelten Larve auch als Puppenstube. Im folgenden Jahr schlüpfen die erwachsenen Tiere aus ihrer engen Zelle heraus. Sie können dann oft auf Doldenblüten beobachtet werden, wo sie sich Nektar für den eigenen Bedarf beschaffen.

Besonderes
Nicht immer gestaltet sich das Leben dieser Lehmwespen so einfach. Schmarotzermilben klammern sich an der Bauchseite fest und gelangen so in ihr Nest. Während der Eiablage lässt sich die Milbe fallen und entwickelt sich in der Lehmzelle zusammen mit der Wespenlarve. Dies funktioniert jedoch nur bei einem Männchen, weibliche Wespenlarven fressen die Milbe.

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