Libellen – Östlicher Blaupfeil

Orthetrum albistylum

Die Blaupfeil-Arten zählen zu den auffälligsten Libellenarten, da man sie auch häufig abseits der Gewässer auf sandigen, sonnenexponierten Wegen aufscheucht. Im Nationalpark ist sie vor allem in der Unteren Lobau häufig, sonst selten bis mäßig häufig anzutreffen.

Merkmale
Ca. 5 cm Körperlänge und ca. 8 cm Flügelspannweite. In Färbung und Größe erinnern die Blaupfeil-Arten etwas an den Plattbauch, jedoch haben sie keine braunen Flecken an der Flügelbasis. Außerdem ist der Hinterleib deutlich schmäler.

Beim Östlichen Blaupfeil ist der Hinterleib beim Männchen im vorderen Bereich weißlichblau und scharf von dem dunklen hinteren Bereich abgegrenzt. Die oberen Hinterleibsanhänge sind, vor allem beim Weibchen auffällig, weiß gefärbt. Der Thorax ist dunkelbraun mit einer weißen Mittellinie und 2 weißen Seitenstreifen gezeichnet.

Verbreitung
In Europa erstreckt sich das schmale Band versprengter bodenständiger Vorkommen über Zentral- und Südfrankreich, die Oberrheinische Tiefebene, das Schweizer Mittelland und die Poebene bis in den Osten Österreichs und zum Balkan, wo das geschlossene Verbreitungsgebiet beginnt. Im Nationalpark an den verschiedenen Altarmtypen.

Gefährdung und Schutzstatus
In Europa nicht gefährdet, in Deutschland vom Aussterben bedroht. In Niederösterreich in der Kategorie "nicht genügend bekannt". Im Nationalpark vor allem in der Unteren Lobau häufig, sonst selten bis mäßig häufig.

Lebensweise
Die Männchen besetzen am Gewässer ganztägig besonnte Reviere. Der Revierflug erfolgt stets über der Wasserfläche in geringer Höhe, als typische Flugjäger erreichen sie Geschwindigkeiten über 10 m/sec.

Die Weibchen legen die Eier ins offene Wasser ab. Die Entwicklungszeit der Larven dauert meist 2 Jahre, seltener nur 1 Jahr.

Die Art legt, wie alle Blaupfeil-Arten, im Sitzen die Vorderbeine meist angewinkelt hinter dem Kopf zusammen. Sie sitzt daher in der Regel nur auf 4 Beinen.

Besonderes
Die Adulttiere setzen sich gern in Gewässernähe auf Steinen und an kahlen Bodenstellen ab. Oft trifft man sie auch weitab von Gewässern auf kiesigen Wegen bei der Jagd, vor allem während der auf den Schlupf folgenden Reifungsphase.

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