Falter – Pappelzahnspinner

Pheosia tremula

Der Name Zahnspinner bezieht sich auf ein Haarbüschel am Hinterrand der Vorderflügel. Es kann in Ruhestellung wie ein Zahn senkrecht in die Höhe stehen. Der Pappelzahnspinner gehört zur Mehrzahl der Falter die nur nachtaktiv sind.

Merkmale
Diese Falter erreichen in Europa eine Flügelspannweite bis zu 56 mm, wobei Männchen kleiner als die Weibchen bleiben. Der Körper ist eher kräftig gebaut, die Vorderflügel haben einen porzellanfarbenen Schimmer und sind doppelt so lang wie breit. Eine ähnliche Art ist der Birkenzahnspinner, der zusätzlich einen weißen Keilfleck am Innenrand der Vorderflügeloberseite besitzt.

Die Fühler sind kurz und erreichen nicht die Hälfte der Vorderflügellänge. Typischerweise sind sie bei den Männchen auffällig lang gefiedert oder gekämmt, bei den Weibchen meist fadenförmig. Die Raupen haben eine glatte Oberfläche von gelber Farbe und besitzen eine grüne oder braune Zeichnung.

Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa und im Norden bis zum Polarkreis. Als Lebensraum suchen sich Pappelzahnspinner oftmals Pappelwälder aus. Dadurch sind sie häufig in feuchten Wäldern zu finden. Natürlich ist der Pappelzahnspinner auch im Nationalpark Donau-Auen in entsprechender Anzahl zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus
Für Pheosia tremula besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Neben Pappelblättern werden auch Blätter von Birken und Weiden von der Raupe verspeist. Zwecks Verpuppung graben sich die Raupen im ausgewachsenen Zustand in den weichen Boden, indem sie Schüttelbewegungen vollziehen. Die daraufhin folgende Veränderung der Gestalt zum Schmetterling stellt ein wundersames, kompliziertes Werk der Natur dar. Man meint, 2 völlig verschiedene Tiere vor sich zu haben. Bei dieser an Komplexität kaum zu übertreffenden Metamorphose werden die Organe der Larve resorbiert und die vorhandenen Adultorgane zur Funktionsfähigkeit entwickelt. Gesteuert wird dieser Vorgang über die Hormone. Der Falter fliegt in günstigen Jahren in 2 Generationen. Während man die 1. Generation von Ende April bis Mitte Juni beobachten kann, fliegt die 2. Generation von Mitte Juli bis Mitte August. Dabei kommt es auch zu Verschiebungen ineinander.

Die Partner finden sich durch besonders fein ausgebildete Geruchsorgane. Durch die stark gekämmten Fühler des Männchens haben sie viel mehr Oberfläche, dadurch haben mehr kleine Härchen darauf Platz durch die die Reizaufnahme erfolgt. Somit können sie die vom Weibchen abgegebenen Pheromone auch auf große Distanz wahrnehmen. Die Weibchen wiederum können mit ihren Fühlern die richtigen Raupennahrungspflanzen erriechen.

Besonderes
Der Pappelzahnspinner hat ein typisches Verhalten, das „Rindenmimese“ genannt wird. Dabei ruhen die Falter in der inaktiven Zeit während des Tages mit dachziegelartig übereinandergeschlagenen Flügeln an der Rinde von Baumstämmen oder Ästen. Auch die Puppen die sich in Kokons befinden, sind bei anderen Arten der Zahnspinner schwer von ihrem Untergrund, der Baumrinde zu unterscheiden.

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