Falter – Robinienminiermotte

Parectopa robiniella

Die Robinienminiermotte erzeugt deutlich sichtbare Fraßspuren an den Blättern von Robinien, so dass die großen weißen Platzminen mit fingerförmigen Fortsätzen das Blatt silbrig-weiß glänzen lassen. Dieses unverkennbare Versteck dient als Entwicklungsstadium für den Kleinschmetterling.

Merkmale
Die weiße Färbung des Laubblattes entsteht durch einen Luftpolster, der zwischen der äußersten Zellschicht des Blattes und der darunter liegenden Platzmine taschenförmig platziert ist.

Die Falter zeigen auf der Oberseite eine weiß-braune Zeichnung. Auffällig sind die recht langen Fransen der hinteren Flügel. Mit einer Spannweite von 5 mm ist das Insekt ein relativ kleiner Falter.

Es kommt neben der beschriebenen Art Parectopa robiniella eine ähnliche Art Phyllonorycter robiniella vor, welche aber unter anderem ein unterschiedliches Fraßbild aufweist.

Verbreitung
Ursprünglich beheimatet ist dieser Falter in Nordamerika - die Verbreitung in Mitteleuropa erfolgt stetig, jedoch mehr oder weniger unbemerkt. Auch im Nationalpark Donau-Auen kann man die Fraßspuren auf den Fiederblättern der Robinien finden.

Gefährdung und Schutzstatus
Für Parectopa robiniella besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Die Falter können ab Mai angetroffen werden, die Weibchen legen ihre Eier einzeln an die Blattunterseite. Die bald schlüpfenden Raupen haben eine grüne Färbung. Die Art ist monophag, das heißt es können nur Blätter der Robinie als Nahrung dienen. Die Larven fressen den Inhalt zwischen oberer und unterer Zellschicht des Blattes. Oft wachsen die Einzelminen bald zu einer großen Gemeinschaftsmine zusammen, wobei sich die Raupe 5mal häutet. Am Ende der Entwicklungszeit von bis zu 3 Monaten verpuppen sich die Raupen am Blattrand in einem weißlich gefärbten Kokon. Bei entsprechend warmen Sommern können bis zu 3 Generationen gebildet werden. Die Raupen der letzten Generation des Jahres sind in der Lage, in den abgefallenen Blättern am Boden zu überwintern.

Die gut sichtbare Veränderung an den Laubblättern kann vor allem an Wurzelausläufern der Robinie betrachtet werden, die meist an offenen Stellen zu einer Verdichtung bereits bestehender Bestände führen. Die Robinie scheint auch bei starkem Vorkommen des Insekts nicht geschädigt zu werden, da genügend Blattfläche funktionstüchtig bleibt.

Besonderes
Die Wirtspflanze der Robinienminiermotte, die Robinie wurde bereits im 17. Jahrhundert aus Nordamerika importiert. Auf ähnlichen Wegen könnte auch Parectopa robiniella mehrere Jahrhunderte später nach Europa gelangt sein. Das erste Vorkommen des Kleinschmetterlings wurde allerdings erst zwischen 1980 und 1990 entdeckt. Mittlerweile hat sich die Art in fast ganz Europa ausgebreitet. Die Ausbreitung erfolgt jedoch vergleichsweise langsam, möglicherweise in Form von „Luftplankton“: Die Kleinfalter werden sich wohl vom Wind verwehen lassen und nicht aus eigener Kraft fliegen. Die kontinuierliche Ausbreitung kann sicher darauf zurückgeführt werden, dass für das Larvenstadium keine ausreichende Zahl an Gegenspielern in den neuen Lebensräumen vorhanden ist.

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