Käfer – Rothalsige Silphe

Oiceoptoma thoracicum

Der Rothalsigen Silphe kann man sowohl auf Aas als auch auf Exkrementen und Speiseresten begegnen, überall dort wo sich viele Resteverwerter aufhalten. Dieser zur Familie der Aaskäfer gehörende unverwechselbare Käfer tritt nicht selten im gärtnerischen Umfeld auf.

Merkmale
Die Tiere sind 12 bis 16 mm groß mit schwarzgrauen Flügeldecken und rotem Halsschild, darauf sitzen feine, goldene enganliegende Härchen. Auf den Flügeldecken kann man mehrere hervorstehende Leisten entdecken, der Rand ist etwas nach oben gebogen. Ihre Körperform ist deutlich abgeflacht und oval. Die Fühler beginnen zart und sind am Ende keulenartig verdickt.

Die weißlichen Larven erinnern an Kellerasseln, die Oberseite der Körper ist hornartig. Am Kopf tragen sie 4gliedrige Fühler. Für ihre Fortbewegung im Kadaver dienlich sind 2 gegliederte Anhängsel, die als Nachschieber fungieren.

Verbreitung
Die Käfer sind in Mitteleuropa weit verbreitet und überall häufig.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Rothalsige Silphe ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Oiceoptoma thoracicum ernährt sich vor allem von Fliegenmaden, aber auch von Aas. Für die Fortpflanzung legt das Weibchen die Eier unter Aas. Die daraus schlüpfenden Larven führen ein ähnliches Leben wie die erwachsenen Tiere, man kann sie auch an den selben Örtlichkeiten finden. Hat die Larve ihre Endgröße erreicht so gräbt sie sich in den Boden ein und verpuppt sich. Einige Wochen später schlüpft der fertige Käfer.

Aaskäfer generell sind im Nährstoffkreislauf der Natur die Träger desjenigen Abschnittes, in dem die organischen Stoffe wieder in anorganische Mineralstoffe zersetzt werden. Die organischen Stoffe wurden zuvor von den Produzenten erzeugt, um anschließend von den Konsumenten umgewandelt zu werden. Aaasverwerter schließen damit die Nahrungskette und stellen ein wichtiges Glied im ökologischen Kreislauf dar.

Den „Duft“ von Aas können die Käfer noch über 1 km weit riechen. Die übel riechenden Gase sind ein Nebenprodukt aus der bakteriellen Fäulnis, die nach dem Zusammenbruch des Immunsystems des verendeten Tiers einsetzt.

Besonderes
Sehr gerne hält sich der Käfer auch auf der Gemeinen Stinkmorchel auf, er hat ein besonderes Verhältnis zu dem Pilz aufgebaut. Es profitiert davon auch die Stinkmorchel. Diese lockt mit ihrem aasartigen Gestank Fliegen an die ihre Sporen wegtragen sollen. Die Rothalsige Silphe, die ebenfalls angelockt wird, frisst jetzt zwar auch die Larven der Fliegen, doch die Sporen werden durch den Käfer weiträumig verteilt.

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