Rotkehlchen

Erithacus rubecula

Selbst Konrad Lorenz meinte, dass uns Rotkehlchen wegen ihrem runden Kopf und den großen Augen niedlich vorkommen müssten. Tatsächlich sind sie dem Menschen gegenüber oft zutraulich, untereinander jedoch zänkisch und unverträglich.

Merkmale
Der Altvogel ist sofort erkennbar am auffällig orange gefärbten Gesicht, Brust und Kehlbereich. Das Orange ist hübsch blaugrau gesäumt. Die Oberseite ist einfärbig olivbraun, die Unterseite ist weiß gefärbt. Beide Geschlechter weisen die gleiche Färbung auf. Da das Rotkehlchen dämmerungsaktiv ist besitzt es relativ große Augen.

Der 14 cm große Vogel „knickst“ auch des öfteren beim Landen, zittert aber nicht mit dem Schwanz, wie der verwandte Rotschwanz. Er hüpft viel am Boden und steht dann aufrecht mit herausgestreckter Brust, um zu sichern. Selbst wenn man Erithacus rubecula nicht sieht, kann man ein gereihtes„tick-ick-ick“ in schneller Folge hören, es wird „schnickern“ genannt. Der Reviergesang des Männchens wird bis spät in die Dämmerung hinein vorgetragen, er klingt lieblich und schwermütig und besteht aus plätschernden, kristallklaren Kaskaden von 2-3 sec. Dauer.

Verbreitung
Erithacus rubecula ist in ganz Europa verbreitet, in den wärmeren Regionen überwiegend Standvogel. Einige Exemplare der Population ziehen im Winterhalbjahr als Kurzstreckenzieher, die nördlichen und östlichen Individuen sind Zugvögel, die im Mittelmeerraum überwintern.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung, der Bestand ist weitgehend stabil. Es kommt jedoch immer wieder durch allzu strenge Winter zu Verlusten von bis zu 80%. In Mitteleuropa ist die Bedrohung langfristig in der Ausräumung der offenen Landschaft, der Flurbereinigung und der zunehmenden Verbauung zu sehen. Zudem werden in Südeuropa immer noch 1000e Rotkehlchen bejagt.

Lebensweise
Erithacus rubecula meiden vegetationsfreie Flächen nach Möglichkeit, daher wird auf kürzestem Weg knapp über dem Boden einem Versteck direkt entgegengeflogen.

Sie suchen am Boden nach Regenwürmern, Spinnen, Schnecken und generell Insekten, sie verschmähen aber auch Beeren nicht. Sollten unverdauliche Elemente wie Chitin aufgenommen worden sein, so wird es als Gewölle in länglichen Ballen wieder hervorgewürgt.

Wenn am Boden oder in Bodennähe ein geeigneter Platz für das Nest gefunden wird, dann werden meist 5-7 Eier gelegt und 14 Tage gewärmt. Die geschlüpften Jungen bedürfen in den ersten Tagen noch der mütterlichen Wärme.

Bekannt ist auch, dass Rotkehlchen gerne baden bzw. zumindest das Gefieder an tau- oder regennassen Pflanzen waschen, um sich anschließend kräftig zu schütteln und zu putzen.

Besonderes
Rotkehlchen haben das ganze Jahr über ein ausgeprägtes Revierverhalten, auch Weibchen besitzen im Winter ein eigenes Revier. Der Angriff auf Artgenossen wird stets durch die rote Brust ausgelöst. Reicht der Reviergesang nicht aus, plustern sie sich auf und breiten die Flügel aus, was den Eindringling erregen soll. Im Falle einer Pattstellung verkrallen sich beide ineinander, versuchen den Kontrahent am Boden zu fixieren, um ihm die Augen auszuhacken. Daher werden flügge Junge, denen noch die rote Brust fehlt, nicht verfolgt, sie können sich ungestraft im elterlichen Revier bewegen.

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