Meisen – Schwanzmeise

Aegithalos caudatus

Die rastlose Schwanzmeise ist mit den echten Meisen sehr nahe verwandt. Man sieht sie paarweise oder in erweiterten Familiengruppen von bis zu 20 Exemplaren.Wegen der typischen Schwanzlänge hat sie auch den Namen „Pfannenstielchen“ bekommen.

Merkmale
Die kleine rundliche Schwanzmeise zeichnet sich durch den außergewöhnlich langen Schwanz, der mehr als die Hälfte der Gesamtlänge ausmacht aus. Der Flug ist taumelnd und hüpfend, wobei der lange Schwanz nachgezogen wird. Typischerweise erfolgt der Abflug eines Trupps nach einem hohen aufgeregten „tsieh-tsieh-tsieh“. Der Flug wird oft in Prozession von einer Baumgruppe zur anderen vollführt.

Wenn man Aegithalos caudatus mit dem Fernglas näher betrachtet, fallen einem der kurze winzige Schnabel und die forschenden Knopfaugen sofort auf. Auffallend ist auch ihre geschickte Kletterweise. Bei uns in Mitteleuropa ist die Unterart mit weißem Kopf und breitem dunklem Kopfseitenstreif verbreitet, Schultern, Bürzel und Steiß sind hübsch altrosa gezeichnet. Jungvogel verfügen nicht über weinrote Schultern sondern über schwarzbraune Wangen und Nacken, sie erscheinen dunkler und flauschiger.

Verbreitung
Schwanzmeisen kommen in ganz Europa vor, wegen des ausgeprägten Standvogelverhaltens ist es zur Ausbildung sehr vieler Unterarten gekommen, die sich farblich etwas unterscheiden.

Gefährdung und Schutzstatus
In Österreich nicht gefährdet.

Lebensweise
Aegithalos caudatus findet man von niederen Büschen bis in höchste Wipfel von Laubbäumen, es wird keine Scheu vor dem Menschen gezeigt. Auf ihrem Speisezettel steht vor allem tierische Kost. Kleinste Kerbtiere wie Blatt- und Schildläuse, manchmal auch Sämereien und Knospen werden sorgfältig vom Geäst aufgesammelt. Für die Brutzeit wird ein Dornbusch oder eine Astgabel ausgesucht, hier wird ein bemerkenswertes Kugelnest mit seitlichem Einflugloch aus Moos, Flechten und Spinnweben errichtet. Es werden 1-2 Bruten mit bis zu 12 Jungen großgezogen. Oft wird es so eng im Nest, dass die Nestwand brüchig wird und die langen Schwänze der Jungvögel nach außen herausragen.

Den Winter verbringen Schwanzmeisen vergesellschaftet mit verschiedenen Meisenarten und Wintergoldhähnchen, was dann so klingt, als wollten sie sich immer das Neueste mitteilen. Außergewöhnlich an dieser Vogelart ist ihr trillernder Warnruf, der anderen Meisen nicht eigen ist.

Besonderes
Schwanzmeisen sind sehr gesellige Lebewesen, das hat zur Folge, dass Brutreviere nicht wie üblich voneinander abgegrenzt werden sondern gar keine gebildet werden. Dementsprechend kommt dem Gesang nur eine unbedeutende Rolle zu. Es wird in der Brutzeit dort ausgeholfen, wo Not am Mann ist: Häufig helfen auch fremde Artgenossen bei der Aufzucht von Jungvögeln eifrig mit.

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