Finken – Stieglitz, Distelfink

Carduelis carduelis

Der Stieglitz ist einer unserer buntesten Vögel, aufgrund des auffälligen rot-weiß-schwarzen Kopfmusters ist er nicht zu verwechseln. Oftmals verrät immerwährendes Gezwitscher seine Anwesenheit.

Merkmale
Von ihrem Habitus sind Stieglitze etwas kleiner als Sperlinge, sie gehören zu den Finken. Die Tiere sind von schlanker Gestalt mit kurzem Hals und dünnen Beinen. Die Flügel zeigen in allen Kleidern ein auffälliges gelbes Feld, das besonders im Flug auffällt. Die Oberseite ist braun bis grau, die Unterseite hell. Zwecks der Nahrungsaufnahme haben sie einen langen kräftigen, elfenbeinfarbenen Schnabel. Der Schwanz ist gegabelt, mit weißen Flecken im spitzen Drittel. Das Männchen besitzt eine größere und dunklere Gesichtsmaske als das Weibchen.

Verbreitung
Distelfinken, wie sie auch heißen, besiedeln ganz Europa außer Island und große Teile Nordeuropas. Sie werden von Norden nach Süden immer häufiger, auch im Winter bilden sie Trupps die weit herumziehen. Im Nationalpark Donau-Auen ist der Stieglitz häufiger Brutvogel in den hohen Bäumen des Auwaldes.

Gefährdung und Schutzstatus
Carduelis carduelis gilt als ungefährdeter Brutvogel und wird als häufig eingestuft.

Lebensweise
Als Lebensraum bevorzugen Stieglitze lichte Laub- und Laubmischwälder, Heckenlandschaften und große Gärten. Außerhalb der Brutzeit klettern sie gerne in Stauden auf der Suche nach Fressbarem. Die Nahrung besteht vor allem aus reifen und halbreifen Sämereien von Stauden und Wiesenpflanzen, in der Brutzeit ernähren sie sich auch von Insekten. Die Brut liegt zwischen Ende März und Juli, es werden vielfach 2 Jahresbruten vollzogen. Das Nest ist ein wahres Kunstwerk. Sehr versteckt wird es in einer Astgabel in mehrtägiger Bauzeit vom Weibchen errichtet. Sobald dieses auf den bis zu 5 Eiern sitzt, wird es vom Männchen aus dem Kropf gefüttert. Das ganze Jahr über verhält sich der Stieglitz wenig territorial, es wird nur den Nestbereich verteidigt, nicht aber ein Revier.

Meist ist der Stieglitz in der Gruppe unterwegs, durch immer wieder auftretende Störungen können nie alle Samen einer Futterpflanze gefressen werden, wodurch eine Nachhaltigkeit gewährleistet ist.

Besonderes
Hinsichtlich des Nahrungserwerbes haben Stieglitze eine besondere Anpassung für ihre Bewegungen gebildet. So ungeschickt sie sich am Boden verhalten, im Geäst können sie kopfüber am Ast hängend picken. Auch können sie entlang dünner Halme langsam, unter seitlicher Körperhaltung, nach oben klettern. Wenn der Halm sich neigt, gelangen sie zu den Samenkörnern. Auch das Fressen der Samen erfordert eine gewisse Technik. Die Hüllspelzen müssen vor dem Verzehren entfernt werden, junge Samen werden einfach zerquetscht, andere wieder werden herausgepickt. Diese verschiedenen Techniken müssen vom Altvogel an die Jungvögel weitergegeben werden.

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