Teichmuschel

Anodonta anatina

Bei einer geführten Bootstour im Nationalpark Donau-Auen können immer wieder lebende Exemplare oder zumindest die Spuren der im Schlamm wandernden stattlichen Teichmuscheln entdeckt werden.

Merkmale
Alle Muscheln als Klasse der Weichtiere haben das Merkmal, ein Gehäuse aus zwei kalkigen Schalen zu besitzen. Die Innenseite der Gemeinen Teichmuschel ist nur spärlich mit Perlmutt verkleidet.

Ihre Schale hat eine rhombisch ovale Form und ist im Ganzen meist dick, die Größe kann bis zu 10 cm betragen. Das Schild ist stark dreieckig gewinkelt. Beim lebenden Tier ist eine breite Einströmöffnung zu erkennen.

Verbreitung
Anodonta anatina ist in Mitteleuropa weit verbreitet und bevölkert die Gewässer des Nationalpark Donau-Auen.

Gefährdung und Schutzstatus
Laut der Roten Liste Österreichs gehört diese Muschelart zu den möglicherweise potentiell gefährdeten Tieren.

Lebensweise
Als Bodentier bewegt sich das Weichtier am Gewässergrund mit Hilfe seines Fußes über den Boden. Der Fuß dient auch zur Verankerung im weichen oder sandigen Grund. Durch das Aufwühlen des Bodengrundes saugt die Muschel den aufgewirbelten Bodensatz auf und filtriert allfällige Nahrungspartikel mit ihren Kiemen aus dem Wasser. Diese Nahrung besteht vor allem aus am Boden lebenden Organismen, wie kleinen Algen oder Cyanobakterien. Aber auch Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere (Detritus) gehören zum Nahrungsspektrum.

Bei zunehmender Gewässerverschmutzung steigt das Gefährdungspotential für das Tier. Ein weiterer Grund für die Gefährdung von Muschelpopulationen ist im rücksichtslosen Gewässerbau zu suchen. Begradigungen und Ausgrabungen von Bächen und Flüssen zerstören den Lebensraum der ansässigen Muschelpopulation. Die Tiere sind auch gegenüber Standort-Veränderungen sehr empfindlich.

Von allen heimischen Großmuscheln bewohnt die Gemeine Teichmuschel die vielfältigsten Gewässertypen. Egal, ob der Gewässergrund schlammig oder sandig ist, das Gewässer steht oder langsam fließt, die Situation passt zum Lebensraum dieser Art. Umweltfaktoren sind für das erreichbare Alter der Muschel entscheidend. In nährstoffreichen Gewässern, wie im Nationalpark Donau-Auen, wächst die Muschel schneller heran, erreicht jedoch kein so hohes Alter wie in kalten, nährstoffarmen Gewässern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Großmuschelarten sind die Teichmuscheln getrennt geschlechtlich.

Zur Fortpflanzung gibt Anodonta anatina im Frühjahr bis zu 400.000 Glochidien-Larven ins Wasser ab. Sie besitzen einen kräftigen Haken, mit dem sie sich bei Wirtsfischen festklammern können. Auch hier kann man feststellen, dass keine besondere Spezifizierung auf einen Wirtsfisch besteht. Es können zum Beispiel Aitel, Flussbarsch, Hasel, Rotfeder, Hecht, Moderlieschen oder andere Arten sein.

Besonderes
Dass diese Muschel früher eine häufige Art gewesen ist, ist dem Namen „Gemeine Teichmuschel“ zu entnehmen. Auf Grund der großen vorhandenen Stückzahl konnte sie an Enten verfüttert werden, deswegen besitzt sie auch den Namen „Entenmuschel“.

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren