Falter – Traubenkirschen-Gespinstmotte

Yponomeuta evonymella

Die spinnen, diese Schmetterlinge, könnte durchaus ein Spruch lauten. Gespinstmotten fallen vor allem als Raupen auf, sie verwandeln Bäume und Sträucher in gespenstische Gebilde. Allgemein macht man sich Sorgen um die in dichte weiße Netze eingesponnenen Bäume und Sträucher. Dies ist jedoch unbegründet, normalerweise werden keine dauerhaften Schäden verursacht.

Merkmale
Die Unterscheidung der Gespinstmotten ist grundsätzlich nicht immer leicht, eine wichtige Unterscheidungshilfe stellt die Raupenfutterpflanze dar. Ist es die Traubenkirsche, spricht fast alles für die Art. Die unscheinbaren Falter haben eine Flügelspannweite von ca. 20 bis 25 mm. Die weißlichen Vorderflügel sind schmal und relativ lang, sie sind übersät von 5 Reihen kleiner schwarzer Punkte. Die Hinterflügel sind kleiner, jedoch breiter als die Vorderflügel und weisen eine bräunliche Farbe auf. Der stark behaarte Körper ist im vorderen Teil weißlich, im hinteren Teil bräunlich. Die feingliedrigen Fühler haben eine weiße Färbung.

Die Raupen sind gelblich oder grau gefärbt und tragen auf jedem Segment 2 kurze, schwarze Längsstreifen.

Verbreitung
Yponomeuta evonymella ist in weiten Teilen Europas in der gemäßigten Zone anzufinden. Bevorzugt lebt sie an Rändern von Wäldern, aber auch in offenem Gelände. Aufgrund des häufigen Vorkommens der Gewöhnlichen Traubenkirsche ist sie auch im Nationalpark Donau-Auen flächendeckend anzutreffen.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Die erwachsenen Falter sind Anfang Juli bis August zu finden. Als Nachtfalter bevorzugen sie die Dämmerungs- und Nachtstunden. Sie lassen sich bei Störung gleich geschickt zu Boden fallen. Nach der Paarung im Spätsommer werden vom Weibchen in einem Häufchen etwa 50 Eier abgelegt. Nach 3 - 4 Wochen schlüpfen die kleinen Räupchen. Diese überwintern unter einem bräunlichen Schutzschild.

Anfang Mai des nächsten Jahres beginnt die Nahrungsaufnahme. Als Nahrungsspezialist werden nur die Frühjahrstriebe und Blätter der Traubenkirsche verspeist. Mit zunehmendem Alter spinnen sie immer größere schleierartige Gemeinschaftsgespinste. Am Ende ihres Raupendaseins im fünften Larvenstadium sind sie 20 mm lang. Ungefähr 80% des Blattfraßes erfolgen in diesem letzten Stadium im Juni. Natürliche Feinde sind vor allem Vögel und Schlupfwespen.

Besonderes
Der auffällige Massenfraß ist typisch für die Traubenkirschen-Gespinstmotte. In der Regel erleiden die ausgewählten Bäume lediglich einen Zuwachsverlust, den sie mit einem 2. Austrieb zu kompensieren versuchen. Dieser oft auch anders gefärbte, meist kräftige Blatt- und Astwuchs wird „Johannistrieb“ genannt. Die Blattknospen, die eigentlich für das nächste Frühjahr angelegt sind, treiben dann um das Datum des Johannistages (24. Juni) aus.

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