Wandermuschel

Dreissena polymorpha

Die Wandermuschel wird wegen ihrer ungewöhnlichen Streifenmusterung auch oft als Zebramuschel bezeichnet. Unter den Süßwassermuscheln ist sie die Einzige, die als Larve frei im Wasser herum schwimmt, dadurch kann sie sich an vielen verschiedenen Stellen ansiedeln.

Merkmale
Dreissena polymorpha ist gekennzeichnet durch 2 Schalenhälften, welche den weichen Körper der Tiere vollständig umgeben. Die Schalen sind durch ein schmales, elastisches Band miteinander verbunden. Die Grundfarbe der Wandermuschel ist braun oder hellbraun, mit zunehmendem Alter mehr schmutzig dunkelgrau. Auf der Oberfläche kann man dunklere Zickzack-Streifen sehen.

Die Form ist dreieckig, weshalb sie auch den Namen Dreikant- oder Dreiecksmuschel bekommen hat. Sie erreicht eine Breite von bis zu 20 mm und eine Länge von 26 – 40 mm.

Verbreitung
Ursprünglich aus dem Gebiet des Kaspischen Meers stammend, hat Dreissena polymorpha mit der zunehmenden Schifffahrt ganz Europa besiedelt. Entweder heften sich die Muscheln an Schiffsrümpfe oder sie gelangen als Larven über das Ballastwasser der Schiffe in den neuen Lebensraum. Seit Ende der 1980er Jahre hat die Wandermuschel auch das gesamte System der Großen Seen und der angrenzenden Flüsse Nordamerikas besiedelt.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Dreissena polymorpha kommt nur in Süßwassergewässern wie Seen oder Flüssen vor. Als Nahrung dienen ihr Plankton und andere Schwebeteilchen, die an den Kiemenreusen hängen bleiben. Durch die Filtration des Wassers wird das Gewässer gereinigt und klarer.

Dreikantmuscheln kommen gerne in Kolonien vor, wobei sie sich mit Hilfe von Byssusfäden an festem Untergrund wie Steinen oder Holz anheften. Byssus oder Muschelseide ist eine Bezeichnung für das Sekret aus den Fußdrüsen. Mehrere dieser Drüsen produzieren Proteide, die zu Haftfäden vereinigt werden. Typischerweise findet man sie auch auf der Schale anderer Muscheln, wie Teich- oder Flussmuscheln. Manchmal kann es vorkommen, dass Dreikantmuscheln ungewollt dem Menschen Probleme machen, wenn sie nämlich in Rohrleitungen gelangen, sich dort anhalten und so Verstopfungen verursachen.

Für die Fortpflanzung mischen die Männchen ihre Spermien einfach dem ausströmenden Wasser bei, die Weibchen entlassen ihre Eier ebenfalls. Die Befruchtung findet also im freien Wasser statt.

Besonderes
Die Wandermuschel stellt eine Nahrungsquelle der Tauchenten dar, deren Zahlen bei Vorkommen der Muschel stark zunehmen. Vor allem für Reiher- und Tafelenten stellt diese Muschel ein zusätzliches Nahrungsangebot dar. Aber auch Blässhühner profitieren von den Tauchenten, weil sie diesen die Wandermuscheln abjagen können. Durch die Konkurrenzstärke der Art kommt es aber zu einer Störung der natürlichen Artenvielfalt der Ökosysteme. Da die Muschel das Flusswasser filtriert, beraubt sie einige Fischarten der Nahrung und vergrößert wiederum den Lebensraum für andere Arten.

Das Auftreten der Wandermuschel ist jedoch nur solange zahlreich, solange genügend organisches Material im Gewässer vorhanden ist, was wieder von einer Überdüngung abhängig ist.

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