Falter – Weidenbohrer

Cossus cossus

Der Weidenbohrer gehört auf Grund seines langen Larvenstadiums zu den Schmetterlingen mit dem höchsten Alter. Als größter Vertreter der Kleinschmetterlinge wird er bis zu 4 Jahre alt!

Merkmale
Der auffallend große Falter ist von plumper Statur und hat eine Flügelspannweite von 65 bis 80 mm. Die Flügel sind grau mit einem dichten Netz feiner und gröberer, netzartig miteinander verbundener schwarzer Striche. Die Färbung imitiert Baumrinde. Die Fühler sind leicht gekämmt und die Beine schwarz und weiß geringelt. Die adulten Tiere können keine Nahrung zu sich nehmen, da ihre Saugrüssel verkümmert sind.

Die bis 10 cm große Raupe hat einen breit dunkelrot gefärbten Rücken und sonst einen fleischrot bis orange gefärbten Körper. Kopfkapsel und Nackenschild sind schwarz. Die Puppen haben eine auffällig orange-rote Färbung. Sie sind fast gar nicht behaart und besitzen nur auf ihren kleinen Warzen feine Härchen.

Verbreitung
Cossus cossus ist in ganz Europa zu anzutreffen, dort wo entsprechende Bäume für die Fortpflanzung vorhanden sind. Mit Sicherheit stellen Auwälder einen adäquaten Lebensraum dar, also zum Beispiel auch der Nationalpark Donau-Auen.

Gefährdung und Schutzstatus
Es ist keine Gefährdung gegeben.

Lebensweise
Der in der Dämmerung aktive Weidenbohrer ist selten zu beobachten - wenn, dann von Mai bis Oktober. Häufiger kann man die Raupen sehen, die vor allem in Weiden und Pappeln meterlange Fraßgänge erzeugen. Oft handelt es sich um größere, ältere Bäume, die auch schon abgestorben sein können und nahe dem Wasser stehen. Das Weibchen legt die Eier in Gruppen zwischen Rindenspalten, wo die Jungraupen vorerst leben und fressen. In späterer Folge dringen sie dann tiefer ins Holz ein. Haben sie ihr Larvenstadium hinter sich, suchen sie einen passenden Platz für das Puppenstadium. Dabei wandern sie auch über den Erdboden.

Die Kokons haben eine längliche Form und bestehen aus Holzspänen. Um diese Schutzhülle zu durchbrechen, besitzt die Puppe einen spitzen Stirnfortsatz. Der Falter kann erst dann schlüpfen, wenn sich die Puppe zur Hälfte aus dem Kokon herausgeschoben hat.

Besonderes
Auffällig ist der von der Raupe ausgehende Essiggeruch, der ein sicherer Hinweis auf das Vorkommen der Tiere ist. Man kann diesen Geruch auch außerhalb des Stammes wahrnehmen. Außerdem galt die Raupe im alten Rom als besondere Delikatesse.

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