Falter – Zitronenfalter

Gonepteryx rhamni

Der leuchtend zitronengelbe Falter fällt im Frühjahr, manchmal schon im Februar als erster Schmetterling auf. Die farbenfrohen Männchen fliegen gern entlang von Waldwegen, sollten die Bäume unbelaubt sein auch im Waldesinneren.

Merkmale
Der Zitronenfalter gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 65 mm zu den größten einheimischen Faltern. Unverwechselbar ist der typische Flügelschnitt, wobei ale 4 Flügel an den Spitzen deutlich zugespitzt sind. In Ruhestellung sind die Falter in den Bäumen nur schwer auszumachen, da die Flügel eine blattartige Struktur besitzen. Die Flügeladern sind deutlich zu sehen und treten stark hervor.

Die Geschlechter kann man an ihrer verschiedenen Färbung erkennen, die Weibchen sind weißlichgrün und blasser. Sie können leicht mit dem großen Kohlweißling (Pieris brassicae) verwechselt werden. Beide Geschlechter haben aber auf jedem Flügel einen kleinen orangefarbenen Punkt der nur bei ausgebreitetem Zustand erkennbar ist. Der Körper ist pelzig mit hellen Haaren übersät. Die Fühler sind mittellang und bräunlich gefärbt. Die Raupen sind mattgrün gefärbt und weisen einen hellen Seitenstreifen auf.

Verbreitung
Gonepteryx rhamni ist in Mitteleuropa weit verbreitet, in Skandinavien fehlt er vollständig. Man findet ihn in lichten Wäldern oder Waldrändern bis zu 2000 m Seehöhe. Bei Vorhandensein seiner Futterpflanzen ist er auch in halboffenen Gebieten anzutreffen. Im Nationalpark Donau-Auen kann man ihn regelmäßig beobachten.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Zitronenfalter ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Es ist das Männchen, das an Waldrändern auf Brautschau fliegt und des Öfteren in wilder Jagd hinter den eher flugträgen Weibchen zu beobachten ist. Die Balz findet im April statt, danach wird die Paarung vollzogen. Das Weibchen legt seine Eier einzeln auf Faulbaum- und Kreuzdornblätter ab. Nach spätestens 2 Wochen schlüpfen die Raupen. Sie sitzen stets auf der Blattoberseite und fressen an den Blättern von außen nach innen. Die ruhenden Raupen sitzen auf der Mittelrippe des Blattes und sind durch ihre Färbung hervorragend angepasst.

Wenn sie nach 3 bis 7 Wochen genug gefressen haben sind sie etwa 33 mm groß. Sie bilden eine Gürtelpuppe die mit einem Faden befestigt ist. Die Puppen verfärben sich kurz vor dem Schlüpfen der Falter, diese fliegen meist in 1 Generation. Im August halten Zitronenfalter eine Sommerruhe um erst im September wieder aktiv zu werden. Die erwachsenen Falter sind ausgestattet mit einem sehr langen schwarzen Saugrüssel. Sie sind häufig an rotvioletten Blüten wie Blutweiderich, Schmetterlingsflieder oder Ackerkratzdistel, bzw. im Frühjahr an Lerchensporn oder Lungenkraut beim Nektarsaugen zu finden.

Eine Eigenheit haben Zitronenfalter beim Sonnen, sie breiten ihre Flügel nicht aus sondern falten sie zusammen und setzen sie seitlich dem Sonnenlicht aus.

Besonderes
Der Zitronenfalter ist der langlebigste Tagfalter Mitteleuropas. Er verblüfft uns vor allem durch seine Winterhärte. Wenn die Falter im Juli schlüpfen so überwintern sie ab Spätherbst fast ungeschützt in der Vegetation, wie zum Beispiel in einem immergrünen Efeugestrüpp oder Brombeerhecken. Die Zusammensetzung ihrer Körperflüssigkeit mit Wasser, Eiweiß und Salzen verschafft ihnen eine hohe Kälteresistenz, für die Überwinterung reduzieren sie ihr Körperwasser. Dadurch können sie auch -20 Grad Celsius schadlos überstehen. Im darauffolgenden Jahr fliegen sie nochmals bis in den Frühsommer.

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