Aronstab

Arum alpinum, Arum cylindraceum

Der Aronstab erinnert mit seinen großen Blättern an eine bodennahe Regenwaldpflanze, tatsächlich werden viele Zimmerpflanzen aus dieser (tropischen) Pflanzenfamilie kultiviert wie z. B. Monstera, Philodendron und Dieffenbachia.

Merkmale
Die Art unterscheidet sich sehr deutlich vom Gefleckten Aronstab (Arum maculatum) in der Länge des Stängels und in der Breite der Spatha (Hüllblatt des Blütenstandes). Bis in die 1970er Jahre wurde die Art nicht von A. maculatum getrennt und noch heute finden sich in einigen Büchern die beiden Arten als eine Idente beschrieben. Die Pflanze wird 15 bis 40 cm hoch, ihr Stängel ist 3- bis 5/4 so lang wie die Stiele der Laubblätter. Die Spatha wird 1,5 bis 2 mal so lang wie der Kolben und der obere offene Teil der Spatha wird 1,5 bis 2,5 mal so lang wie der geschlossene untere röhrenförmige Teil.

Die Laubblätter reichen bis zum unteren Ansatz der Spatha hinauf und überragen diese nicht. Sie sind immer ungefleckt, ebenso die Spatha (Im Gegensatz zu A. maculatum der meistens, aber nicht immer Flecken auf den Blättern und eventuell auf der Spatha ausbildet). Unterhalb des sichtbaren violettbraunen Kolbens folgen ein Kranz Borstenhaare, die männlichen Blüten, wieder ein Kranz Borstenhaare und die weiblichen Blüten. Die Staubbeutel sind meistens purpurviolett, bei A. maculatum meistens gelb.

Der Aronstab gehört zu den Kesselfallenblumen. Die Spatha vertrocknet nach der Blüte langsam, fällt ab und zeigt die Früchte in auffallend leuchtendem Rot. Die Blütezeit reicht von April bis Mai.

Verbreitung
Das submediterrane Vorkommen des Aronstabes in Spanien, Sizilien und Kreta reicht hinauf bis nach Dänemark.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art ist gefährdet und gehört in Niederösterreich zu den teilweise geschützten Pflanzenarten.

Lebensweise
Das Vorkommen  erstreckt sich auf Auwälder, Robinienforste, Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder.

Besonderes
Beide Blüten - die weiblichen Blüten des Aronstabes blühen zuerst auf, danach die männlichen - erzeugen Hitze in ihren Blütenröhren und locken damit abends kleine Fliegen an. Diese werden dann zwecks Bestäubung für eine Nacht lang eingesperrt - durch Borstenhaarkränze werden die Fliegen gehindert zurück ins Freie zu klettern. Zuerst bestäuben sie, falls von anderen Pflanzen bereits Pollen mitgebracht wurde, die weiblichen Blüten, dann reifen die männlichen Blüten heran und überschütten die Fliegen mit frischem Pollen.

Die Reusenhaare verwelken und lassen die Fliegen entkommen, um vielleicht in der nächsten Nacht einen anderen Aronstab zu bestäuben. Die Pflanze ist giftig und findet Anwendung in der Volksheilkunde. Der Name leitet sich aus dem Griechischen „aros“ = Nutzen ab. Der Aronstab bildet Zugwurzeln aus welche die Knolle durch Wurzelkontraktion tiefer in den Erdboden verlagern.

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