Wasserpflanzen – Breitblatt-Rohrkolben

Typha latifolia

Die bis zu 2,5 m hohen Rohrkolbenbestände prägen vielerorts die Verlandungsvegetation der Augewässer. Der Breitblatt-Rohrkolben ist bei uns der größte Vertreter seiner Gattung und kann in den Altarmen bis in eine Wassertiefe von 2 m vordringen.

Merkmale
Die Pflanze wird zwischen 1 und 2,5 m hoch und verfügt über linealische 2zeilig gestellte bis 2 cm breite Blätter. Der im Nationalpark ebenfalls häufige Schmalblatt-Rohrkolben Typha angustifolia hat schmälere bis 1,4 cm breite Blätter.

Auf dem geraden Blütenstiel sind oben die männlichen und unmittelbar darunter die weiblichen Blüten in Kolben angeordnet. Die an der Basis jeder weiblichen Blüte gebildeten Haare dienen als Flugorgan für die reifen Samen. Beim Breitblatt-Rohrkolben überragen diese Haare die Narbe nicht, weshalb der Kolben zur Reifezeit eine schwarzbraune Farbe hat.

Verbreitung
Die Art ist weltweit verbreitet, fehlt aber in Zentral- und Südafrika. Der Breitblatt-Rohrkolben besiedelt Röhrichte nährstoffreicher, stehender und langsamfließender Gewässer sowie Tümpel und Gräben. Er kommt in Österreich häufig bis zerstreut in allen Bundesländern vor und ist bis in die Montanstufe zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Breitblatt-Rohrkolben ist im nördlichen Alpengebiet regional gefährdet. Gemäß der Wiener Naturschutzverordnung und des NÖ Naturschutzgesetzes sind alle Arten der Gattung Typha voll geschützte Pflanzen.

Lebensweise
Die Pflanze vermehrt sich innerhalb eines Röhrichtbestandes durch die Ausläufer ihrer unterirdischen Sprossteile. Die von lockerem Luftgewebe gefüllten Blätter transportieren Sauerstoff in den wurzelnden Kriechspross (Rhizom) und erleichtern dadurch das Wachstum im oft sauerstoffarmen Bodenschlamm.

Die Blüte fällt auf die Monate Juli und August. Die Bestäubung wie auch die Samenausbreitung erfolgt durch den Wind. Der Samenflug fällt meist auf die Herbst- und Wintermonate wo durch den niedrigen Wasserstand die Keimbedingungen für die winzigen Samen besser sind.

Besonderes
Rohrkolben werden heute gerne zu Trockengestecken verarbeitet. Die Blätter wurden zum Abdichten von Fugen in Holzfässern verwendet und wegen ihrer Blattfasern bei der Hanf- und Flachsverarbeitung zugesetzt. Die Stängel fanden beim Dachdecken Verwendung, die Haare des Kolbens wurden als Stopfmaterial für Betten genutzt.

Der Kriechspross des Rohrkolbens ist sehr stärkereich und kann gekocht gegessen werden. In Notzeiten diente er geröstet auch als Kaffee-Ersatz.

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