Bruch-Weide

Salix fragilis

Die Bruch-Weide ist ein im Nationalpark seltener, mittelgroßer Baum der Weichen Au und Feuchtwiesen. Die jungen Zweige brechen leicht ab, daher der Name. Sie kommt häufiger als Bastard mit der Silber-Weide vor und liebt tiefgründige Böden und viel Feuchtigkeit.

Merkmale
Die mittelgroße, bis max. 20 m hohe und bis 1 m dicke Baumweide (seltener als Strauch) hat aufsteigende Äste, eine umfangreiche nach oben verschmälerte Krone und ist oft mehrstämmig. Die gelben oder hellbraun glänzenden vollständig kahlen Zweige sind oft sehr lang und in der Jugend an der Ansatzstelle leicht abbrechend! Die älteren Zweige stehen mehr oder weniger rechtwinkelig ab.

Die anfangs glatte graugelbe Rinde wird später hellgrün, längsrissig, an den Stämmen dann zu einer graubraunen Borke mit kreuzförmigen Leisten die zum Abblättern neigt. Die Laubblätter sind gezähnt, schmal lanzettlich bis 16 cm lang, mit völlig kahler, dunkelgrün glänzender Oberseite. Zweihäusig, Blütezeit März bis Mai.

Verbreitung
Das ursprüngliche natürliche Verbreitungsgebiet ist heute schwer festzustellen, da sie häufig angepflanzt wurde. Das jetzige Verbreitungsgebiet reicht vom Schwarzwald ostwärts bis Russland und nordwärts bis Mittelschweden, sowie bis zu den Pyrenäen, dem nördlichen Apennin und dem Balkan. In Österreich ist sie zerstreut bis mäßig häufig, im Nationalpark seltener zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus
In Österreich regional gefährdet, vor allem im westlichen Alpengebiet sowie im östlichen Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland.

Lebensweise
Die Bruch-Weide ist in der Ebene und in den Mittelgebirgen an den Ufern von Bächen und Flüssen anzutreffen. Sie bildet gemeinsam mit Eschen und Erlen Ufergehölzsäume und kleinflächige Auen aus und wächst bevorzugt auf sehr feuchten, tiefgründigen Böden, auf periodisch überschwemmten nährstoffreichen Kies-, Sand- und Rohauböden sowie auf Feuchtwiesen.

Besonderes
Die Bruch-Weide wurde häufig kultiviert und ähnlich verwendet wie die Silber-Weide. Das blassrötliche Holz ist zäh, leicht und gegen Reibung sehr widerstandsfähig. Sie ist forstlich eine der wichtigsten einheimischen Weidenarten und wurde als Kopfweide zur Gewinnung von Flecht- und Bindematerial verwendet. Die reine Spezies ist seltener, verbreitet ist der Bastard von Salix alba mit Salix fragilis = Salix x rubens.

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