Diptam

Dictamnus albus

Die Pflanze duftet nach einer Mischung aus Zitrone mit Zimt und war seit jeher eine hoch geschätzte Volksarzneipflanze gegen Magen- und Darmerkrankungen. Dabei wurden die Laubblätter und der Wurzelstock verwendet.

Merkmale
Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,2 m hoch und hat vor allem im oberen Teil zahlreiche schwarze Drüsenpunkte. Der untere verholzte Teil des Stängels ist kahl, der obere Bereich sehr behaart. Die gestielten Blätter sind unpaarig gefiedert mit 7 bis 11 eiförmigen, durchscheinend punktierten Teilblättchen welche bis 8 cm lang und fein gezähnt sind.

Die Blütenfarbe variiert von weiß, zartrosa bis dunkelrosa mit dunkel purpurvioletter Äderung. Die zygomorphen Blüten, das bedeutet es kann nur eine Symmetrieachse durch die Blüte gelegt werden (im Gegensatz zu radiären Blüten), wachsen in einer Traube, 4-5 cm im Durchmesser. Die 5 breitlanzettlichen, spitzen Blütenblätter sind 2 bis 2,5 cm lang, die 4 oberen stehen aufrecht, das unterste Blütenblatt ist nach unten gebogen. Die 10 Staubblätter fließen wie bei einer Wellenbewegung nach vorne heraus.

Die Fruchtkapsel erreicht eine Größe von 1 cm, bei der Reifung spaltet sie sich in 5 Teile wobei in jedem Abschnitt 2 bis 3 länglich-ovale glatte Samen liegen. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.

Verbreitung
Vorkommen in Mittel- und Südeuropa und in Asien.

Gefährdung und Schutzstatus
Der Diptam ist streng geschützt und potentiell gefährdet.

Lebensweise
Dictamnus albus liebt sonnige bis halbschattige und kalkhaltige Standorte. Bevorzugt werden lichte Trockenwälder, Waldsäume, Gebüsche und Trockenrasen.

Besonderes
Die Pflanze besitzt einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die an heißen Tagen sehr stark verdunsten und sich entzünden können (daher der Volksname „Brennender Busch“). Im Mittelalter war der Diptam eine sehr begehrte Heilpflanze und wurde in vielen Gärten gezogen. Möglicherweise ergibt sich der eine oder andere Standort von diesen verwilderten Gartenkulturen.

Dem Diptam werden verdauungsfördernde, krampflösende und anregende Heilwirkungen zugesprochen. Achtung ist aber vor seiner phototoxischen Wirkung geboten.

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