Echter Beinwell

Symphytum officinale

Der Echte Beinwell stammt ursprünglich aus dem Südosten Europas, wurde aber aufgrund seiner Heilwirkung bei Knochenbrüchen, Beinhaut-Entzündungen, Quetschungen etc. häufig kultiviert und hat sich so über große Teile Europas und Nordamerika ausgebreitet. Die Art bevorzugt nasse nährstoffreiche Standorte und erreicht in den Donau-Auen eine Höhe von 1 m.

Merkmale
Der Echte Beinwell ist eine recht vielgestaltige Rosettenstaude mit einer 1-2 cm dicken und etwa 30 cm langen Pfahlwurzel. Die fleischige Wurzel ist außen schwarz und innen weiß und schleimig. Der steif aufrechte Stängel ist 50 –100 cm hoch, hohl und durch die weit herablaufenden Laubblattbasen deutlich geflügelt. Oben ist der Stängel verzweigt und im Bereich der Blütenstände überhängend.

Die bis 20 cm langen Laubblätter haben eine eiförmig- lanzettliche Form. Grundständige Blätter sind deutlich gestielt, die oberen Laubblätter sind sitzend an Stängel angeordnet. Die ganze Pflanze ist von abstehenden weißen Borsten übersät und greift sich kratzig rau an (Familienmerkmal). In den Achseln der oberen Stängelblätter befinden sich die reichblütigen, nickend überhängenden Blütenstände.

Die Kelchblätter sind verwachsen und laufen in 5 lanzettliche Zipfel aus. Die Blumenkrone ist zu einer 1-2 cm langen, glockigen, außen samtig behaarten Röhre verwachsen. Die Farbe ist meist dunkelviolett oder lila, seltener auch gelblich oder weiß. Die schief eiförmigen Nüsschen sind mit einem nahrhaften Anhängsel (Elaiosom) zur Ameisenausbreitung versehen.

Verbreitung
Die Pflanze kommt inzwischen in fast ganz Europa vor und wurde nach Nordamerika eingeschleppt wo sie verwildert ist. In Österreich tritt die Art häufig bis zerstreut in allen Bundesländern auf und ist von den Tieflagen bis in die Montanstufe verbreitet. Besiedelt werden nährstoffreiche Uferstaudenfluren, Gräben, nasse Fettwiesen, Bruch- und Auwälder.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Der Beinwell enthält giftige Alkaloide und wird aus diesem Grund und wegen der borstigen Rauheit der Pflanze von Weidetieren eher gemieden - ein Umstand der zur Konkurrenzfähigkeit der Pflanze beiträgt. Nach der Blütezeit von Mai bis Juli werden die mit einem Anhängsel versehenen Samen gebildet. Sie werden von Ameisen als Beute mitgenommen. Oft brechen die beiden Teile dabei auseinander. Der Same bleibt unbeachtet liegen und wird so verbreitet.

Besonderes
Sowohl der deutsche Name Beinwell als auch der lateinische Name Symphytum (vom griechischen Wort symphein = Zusammenwachsen) beziehen sich auf die Heilwirkung der Pflanze bei Knochenbrüchen. Die Wurzel wird im Frühling oder Spätherbst gesammelt und meist in Form von Breiumschlägen auf die betroffenen Stellen aufgelegt. Die Wurzel enthält Gerbstoffe, ätherisches Öl, Allanthoin und Schleimstoffe.

Die wundheilende Wirkung bei Knochenbrüchen, Beinhaut-Entzündungen, Quetschungen, Blutergüssen und Krampfadergeschwüren ist inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen. Untersuchungen ergaben aber auch, dass die ebenfalls im Beinwell enthaltenen Pyrrolizinalkaloide in sehr hohen Dosen krebserregende Wirkung haben.

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