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Misteln – Eichen-Mistel

Loranthus europaeus

Auf Eichen können im Winter Misteln betrachtet werden die von weitem gelb leuchten. Bei näherem Hinsehen erkennt man eine Fülle von gelben Beeren auf blattlosen Mistelbüschen.

Merkmale
Die Eichenmistel verliert im Herbst ihre Blätter, die eine schmal elliptische bis schmal eiförmige Form haben. Die weiblichen Blüten stehen in lockeren Ähren, während die männlichen in Trauben stehen.

Der Wirtsbaum ist meist die Eiche (Stiel-, Traubeneiche). Im Gegensatz zur Laubholzmistel zeigen die Zweige der Eichenmistel eine braune Färbung. Während des gesamten Winters stehen die gelben Früchte als Nahrung für Vögel zur Verfügung.

Verbreitung
Das Vorkommen der Loranthus europaeus beschränkt sich auf Ost- und Mitteleuropa, mit Schwerpunkt im pannonischen Raum.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Eine neue Mistel entsteht aus einem von Vögeln ausgeschiedenen klebrigen Samen. Dieser beginnt bei steigenden Temperaturen – ca. ab März – zu keimen. Die Keimfähigkeit auf stark beschatteten Ästen geht im Unterschied zu hellen Standorten stark zurück. Sollte das Licht optimal sein, so schiebt sich der Keimstängel aus dem Samen in Richtung der dunklen Rinde des Wirtsbaumes. Der ausgebildete Senker müht sich nun durch die Rinde des Zweiges und erreicht nach mehreren Wochen bis zu 4 Jahren das Wirtskambium. Wenn nun die Vitalität des Wirtsbaumes hoch ist, so kann der Senker überwallt werden und die Mistel stirbt ab. Deshalb kann sich ein Mistelbusch besonders erfolgreich an geschwächten Bäumen etablieren.

Mit den Senkern entnimmt die Mistel nun dem Wirtsbaum Wasser, darin gelöste Nährsalze und organische Verbindungen. Neueren Erkenntnissen zu Folge ist der Anteil dieser organische Verbindungen höher als bisher bekannt. Auch die Nährsalze in der Mistel sind in der Regel wesentlich höher konzentriert als in den Wirtsbaumgefäßen. Mit Hilfe der grünen Blätter kann Loranthus europaeus Kohlenhydrate selbstständig aufbauen.

Da die Transpirationsraten der Mistel ungewöhnlich hoch sind, ist auch eine vollständige Abdeckung des Nährstoffbedarfs gegeben. Die Folge daraus ist, dass bei entsprechendem Wachstum dem Wirtsast zunehmend mehr Wasser und Nährstoffe entzogen werden, weshalb es oberhalb der Mistel zu Absterbeerscheinungen kommen kann.

Besonderes
Die Verbreitung der Eichenmistelsamen geschieht vor allem durch Vögel und hier vor allem von Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Wacholderdrossel und Seidenschwanz. Bei allen Vögeln bis auf die Mönchsgrasmücke passiert der Samen den Verdauungstrakt, es ist jedoch nicht zwingend notwendig. Die Grasmücke bevorzugt die Fruchtwand und lässt den vom Restschleim umhüllten Samen in der Nähe des Mistelbusches zurück.

Wichtig ist, dass die zähe, ledrige Fruchtwand verletzt wird, die der Mistelkeimling sonst nicht durchdringen kann. Doch es gibt auch Vögel, die Mistelsamen vernichten. Meisen zerkleinern und fressen den Samen und können so einer Ausbreitung entgegenwirken.

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