Gewöhnliche Traubenkirsche

Prunus padus subsp. padus

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist ein mittelgroßer Baum oder großer Strauch der über weite Teile Eurasiens verbreitet ist. Besonders auffallend sind die zeitig im Frühjahr und in großer Zahl erscheinenden stark duftenden, leuchtend weißen Blütentrauben. Traubenkirschen werden kaum älter als 60 Jahre und haben ein wenig dauerhaftes Holz.

Merkmale
Die Traubenkirsche ist ein sommergrüner, frostharter Baum der eine maximale Höhe von 20 m und ein Alter von etwa 60 Jahren erreichen kann. Alte Bäume haben eine rundliche, junge Bäume eine kegelförmige Krone mit zumeist aufrechten Zweigen. Die Rinde ist glatt, dunkel braungrau bis fast schwarz und erst im Alter bildet sich eine dünne, längsrissige Borke. Die Zweige sind kahl, oft überhängend mit glänzend braunen, unbehaarten Trieben. Der Stock und die Wurzeln haben ein großes Ausschlagvermögen.

Die Knospen sind länglich, deutlich zugespitzt, von brauner bis rotbrauner Farbe und etwa 5-8 mm lang. Aus ihnen entwickeln sich wechselständige, oberseits dunkelgrüne, unterseits etwas hellere Laubblätter, die bereits Anfang April austreiben und sich im Herbst gelb oder rötlich gelb verfärben.

Die jungen Blätter und mehr noch die Rinde strömen einen starken Bittermandel-Duft aus, wenn sie zwischen den Fingern zerrieben werden. Den Namen Traubenkirsche verdankt Prunus padus den 8-15 cm langen hängenden Blütentrauben, die gleich nach den Blättern (Ende April/Anfang Mai) erscheinen. Sie verströmen eine eigenartigen, in der Hauptsache aus Aminen zusammengesetzten Duft, der Bienen und Käfer anlockt und dem die Traubenkirsche auch den Namen Faulbaum verdankt.

Die Reifezeit der glänzend schwarzen Steinfrüchte erstreckt sich von Ende Juli bis in den August. Das Holz hat einen breiten gelbweißen Splint, einen braungelben Kern, ist glänzend und riecht frisch etwas unangenehm. Alle Pflanzenteile, insbesondere Rinde und Samen sind giftig!

Verbreitung
Dies ist die am weitesten verbreitete Prunus-Art schlechthin und nimmt ein riesiges Areal ein, das weite Teile Europas, das mittlere Asien, Sibirien, den Norden Chinas und Japan einschließt. In Europa ist sie weit verbreitet, seltener in den Kalkalpen Österreichs, wogegen sie in den zentralen Alpentälern von der Steiermark und Kärnten bis ins Wallis häufig anzutreffen ist. Im Nationalpark ist sie verbreitet in der Nassen bis Frischen Au und in Ufergebüschen anzutreffen.

Gefährdung und Schutzstatus
Weder in Österreich noch in Europa gefährdet, im Nationalpark Donau-Auen häufig anzutreffen.

Lebensweise
Die Art kommt meist einzeln oder in kleinen Gruppen auf frischen bis feuchten, humusreichen Böden insbesondere in Auwäldern und an Flussläufen, bei erreichbarem Grundwasser auch auf Sand vor. Zeitweise Überschwemmungen werden toleriert. In ihrem Optimum, dem Schwarzerlen-Eschenwald kommt sie auf frischen, feinerdereichen Böden mit hohem Basen- und Nährstoffgehalt vor.

Besonderes
Die Traubenkirsche wird nicht forstlich bewirtschaftet und das wenig dauerhafte Holz hat ebefalls keine wirtschaftliche Bedeutung. Die Früchte sind zwar alles andere als wohlschmeckend, werden aber dennoch zu Saft, Mus und Mischmarmelade verarbeitet. Diese Art der Verwendung ist uralt.

Weit zurück geht auch die medizinische Verwendung der Rinde (Falsche Faulbaumrinde) als Mittel gegen Gicht, Rheuma und Syphilis.

Besonders auffällig ist der Fraß der Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta padellus L.). Die etwa 2 cm langen Larven fressen innerhalb vieler dichter Gespinste die Zweige kahl und verpuppen sich dort. In manchen Jahren bleibt kaum ein Baum vom Kahlfraß verschont. Dennoch treiben wenige Wochen danach neue Blätter aus und es gibt keine Anzeichen für eine reduzierte Vitalität.

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