Gewöhnliche Wegwarte, Zichorie

Cichorium inytibus

Für diese Pflanze hat der Volksmund die passende Bezeichnung gefunden. Es gibt abgesehen von höheren Lagen kaum einen grasigen Wegesrand, an dem sie nicht zu finden ist. Die Blätter dieser „Kulturfolger-Pflanze" können als Wildsalat gegessen werden, ist die Wegwarte doch mit dem Endiviensalat, Cichorium endivia oder dem Radicchio eng verwandt.

Merkmale
Die Gewöhnliche Wegwarte ist ein 30-120 cm hoher ausdauernder Korbblütler mit einer spindelförmigen tiefreichenden Wurzel. Der kantige Stängel ist sparrig verzweigt und enthält Milchsaft. Die Grundblätter sind lanzettlich, buchtig fiederspaltig und unterseits zerstreut rauhaarig. Stängelblätter sind kleiner, sägeförmig eingeschnitten und am Stängel herablaufend.

Die zahlreichen Blütenkörbchen sind end- oder winkelständig angeordnet. Umgeben von 2 Reihen an Hüllblättchen bestehen sie nur aus leuchtend blauen Zungenblüten. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

Verbreitung
Die Pflanze ist in ganz Europa, Nordwestafrika sowie Vorder- und Mittelasien verbreitet. Als treue Kulturfolgerin ist die Wegwarte inzwischen aber auch in vielen anderen Erdteilen eingeschleppt worden. In Österreich kommt die Art landesweit häufig vor. Sie ist in ihrem Vorkommen aber auf die Tieflagen und die untere Montanstufe beschränkt. Besiedelt werden mäßig trockene Ruderalstellen, Brachen, Wegränder und Bahndämme.

Die Wegwarte hat eine Vorliebe für lehmige Böden und toleriert auch einen höheren Salzgehalt ihrer Standorte. Vor allem letzteres kommt ihr an unseren vom Streusalz geplagten Straßenrändern zugute.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Die Gewöhnliche Wegwarte gehört zu den ausgesprochenen Tiefwurzlern. Ihre spindelförmige schwach verdickte Wurzel dringt tief in den Boden vor und erleichtert an den kargen Standorten die Wasser- und Nährstoffaufnahme. Die leuchtend hellblauen Blütenkörbchen sind nur an hellen Tagen geöffnet und schließen sich bereits um die Mittagszeit.

Besonderes
Die Wurzel der Wegwarte wurden seit den napoleonischen Kriegen in Kriegs- und Notzeiten immer wieder als Kaffeeersatz oder zumindest als schön braun färbender Zusatz (Zichorienkaffee) genützt. Der bekannte Chicorée-Salat wird in Ausläuferkulturen ähnlich wie Spargel kultiviert. Der zarte, austreibende Spross bleibt dadurch länger unter Lichtabschluss und wird schließlich geerntet.

Von der Wilden Wegwarte werden in der Volksmedizin Wurzel, Blätter und Blüten gesammelt. Die Wurzel enthält viel Inulin. Der frische Presssaft wirkt blutzuckersenkend. Wegwartentee wird bei Leberschwellungen, Gallensteinen, Gelbsucht und zur Blutreinigung angewendet. Allgemein hat die Pflanze eine stoffwechselanregende kreislaufstärkende Wirkung.

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