Gewöhnlicher Natternkopf

Echium vulgare

Die ursprünglichen Standorte des Natternkopfs sind schotterige steinige Trockenrasen. Inzwischen findet man die Art aber häufiger an sekundären durch den Menschen geschaffenen Ersatzlebensräumen wie Bahndämmen oder Straßenrändern.

Der Name Natternkopf bezieht sich auf den gespaltenen weit aus der Blüte herausragenden Griffel, der mit etwas Phantasie an eine Schlangenzunge erinnert.

Merkmale
Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine ein- bis zweijährige Art die eine Höhe von 20 -100 cm erreicht. Die kräftige senkrechte Hauptwurzel kann bis 2 m tief in den Boden vordringen. An der Bodenoberfläche sind die länglich-lanzettlichen Blätter etwa 15 cm lang und in einer Rosette angeordnet. Die Rosettenblätter sind im Unterschied zu den Stängelblättern deutlich gestielt. Die ganze Pflanze ist steifborstig behaart. Die Stängelborsten sitzen häufig auf dunklen Flecken.

Der Gewöhnliche Natternkopf blüht von Mai bis Oktober. Die Blütenstände stehen in den Achseln von Laubblättern. Sie blühen von innen nach außen auf. Während die Blütenknospen noch rot sind verfärben sie sich im aufgeblühten Zustand blau (selten auch rosa oder weiß). Die Blüten sind nicht radiärsymmetrisch sondern etwas abgeflacht und 2ilippig. Die ungleich langen Staubblätter und der Griffel mit der arttypischen, deutlich 2spaltigen Spitze ragen aus der Blüte heraus.

Verbreitung
Der Gewöhnliche Natternkopf ist auch im Mediterranraum weit verbreitet und besiedelt bei uns gehölzfreie Trockenstandorte. Primäre Vorkommen gibt es auf Schotterfluren und steinigen Trockenrasen. Von diesen ausgehend hat der Natternkopf auch Bahndämme, trockene Ruderalstandorte wie Wegränder, Kiesgruben, Steinbrüche etc. als Lebensraum erschlossen. In Österreich kommt die Pflanze von der Ebene bis in die Montanstufe vor und ist häufig.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art ist nicht gefährdet.

Lebensweise
Der Natternkopf ist auf trockene steinige Böden spezialisiert. Seine eigentliche Heimat sind Trockenrasen wo mangels ausreichenden Wassers keine Gehölzpflanzen wachsen die ihn beschatten könnten. Der Natternkopf selbst vermindert seinen Trockenstress mit Hilfe einer bis zu 2 m tief in den Boden reichenden Wurzel.

Der von innen nach außen aufblühende Blütenstand ist schneckenartig aufgerollt. Während der Blütezeit streckt er sich derart, dass sich die gerade offenen Blüten immer an der höchsten Stelle befinden. So wird vermieden, dass die zur Bestäubung vorgesehenen Blüten von schon verblühten oder noch nicht offenen Blüten verdeckt werden. Anfliegende Insekten werden auf der Bauchseite mit Pollen eingepudert und tragen den Blütenstaub zu den Narben fremder Blüten.

Besonderes
Die steifborstigen Blätter werden aufgrund ihrer derben Rauheit von Weidetieren gemieden. Dies ist für eine Art die auf trockenen, steinigen Böden wächst besonders wichtig. Der Blattverlust kann aufgrund der schwierigen Wasser- und Nährstoffversorgung nicht beliebig ersetzt werden und würde daher deutlich zu Lasten einer geringeren Samenproduktion gehen.

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