Lippenblütler – Gundelrebe, Gundermann

Glechoma hederacea

Dieses aromatische Wildkraut ist häufig an den Waldrändern und Wegen des Nationalparks zu finden.

Merkmale
Die Gundelrebe kriecht flach am Boden, selten höher als 12 cm. Ihre vielfach verzweigten und zwischen 20 und 40 cm langen Sprosse sowie die bis zu 1 m langen Ausläufer bilden bei Bodenkontakt Wurzeln aus.

Die Blätter sind herz- bis nierenförmig, sie stehen gegenständig. Die Blüten sind dunkel bis hell violett (selten fast weiß) und erscheinen meist zu dritt aus den Blattachseln.

Verbreitung
Meist wächst sie an Waldrändern und Bachläufen im Schatten von Bäumen. In Gärten kommt sie häufig an Rändern von Rasen und in Hecken vor.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Gundelrebe ist in allen Bundesländern häufig und nicht gefährdet.

Lebensweise
Die Gundelrebe blüht von März bis Juni, sie ist immergrün und vermehrt sich vegetativ (ungeschlechtlich) durch Ausläufer wie auch über Samen. Die nach der Befruchtung gebildeten Früchte bestehen aus 4 Teilfrüchten die je einen Samen beinhalten.

Besonderes
In der skandinavisch-germanischen Mythologie ist die Gundelrebe der Göttin Freya, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit gewidmet. Die Pflanze galt von jeher als hellsichtig- und wachmachende Pflanze, die bis ins 17. Jahrhundert das wichtigste Biergewürz für die Brauereien war. Als anregendes Gewürz war sie der Kirche ein Dorn im Auge und wurde von den Mönchen durch den einschläfernden und lustmildernden Hopfen ersetzt.

Die Gundelrebe ist auch eines der 9 Kräuter der Gründonnerstagssuppe, die früher als Kultspeise galt. Mit dieser aus Frühlingskräutern gekochten Suppe feierten die Menschen das Erwachen der Natur. Oft war diese Speise auch der 1. Vitaminstoß nach einem langen kalten Winter. Die Blätter lassen sich das ganze Jahr über als Zutaten zu Topfenaufstrich, Kräuterbutter, Gemüsegerichten, Suppen und Salaten verwenden.

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