Lippenblütler – Klebriger Salbei

Salvia glutinosa

Die großen gelben Blüten des Klebrigen Salbeis heben sich deutlich vom dunklen Hintergrund des Waldes ab. Die Pflanze bestätigt jedem, der sie berührt die Rechtmäßigkeit des Namens. Vor allem im Bereich des Blütenstandes gibt es eine Vielzahl von Drüsenhaaren die eine klebrige Absonderung enthalten.

Merkmale
Die quirlig angeordneten Blüten des Lippenblütlers beeindrucken den Betrachter von Juli bis September. Sie können mit einer Größe von bis zu 40 mm und einer rotbraunen Zeichnung auf gelbem Grund aufwarten.

Typischerweise ist der im unteren Bereich kahlere Stängel stumpf 4kantig. Die Wuchshöhe kann 50 cm, unter idealen Kulturbedingungen auch bis 120 cm erreichen.

Die Form der Laubblätter ist oval bis herzförmig mit 2 spitzen Öhrchen die auch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellen. Der Blattrand ist grob unregelmäßig gezähnt.

Verbreitung
Salvia glutinosa hat ihren Ursprung in Europa und besiedelt Au-, Laub- und Mischwälder Mitteleuropas bis in Mittelgebirgslagen. Im Nationalpark Donau-Auen findet man die Art in den Hartholz-Auwäldern, an Waldrändern oder neben Waldwegen.

Gefährdung und Schutzstatus
Es besteht keine Gefährdung.

Lebensweise
Die Art gedeiht in frischen und stickstoffreicheren Laubwäldern und ist eine der wenigen Salbei-Arten die auch mit Halbschatten und Schatten Vorlieb nehmen. Wenn die Lage sonnig ist so sollte der Boden zumindest feucht sein. Trotzdem überstehen besonders ältere Exemplare aufgrund einer tief reichenden Pfahlwurzel trockene Phasen erstaunlich gut.

Vermutlich erfüllt die klebrige Masse an der Pflanze eine Schutzfunktion gegen Fressfeinde und kleine Insekten die nicht der Bestäubung dienen. Der Nektar in der Blüte kann nur von Bienen oder Hummeln erreicht werden.

Die ebenfalls klebrig behaarten Kelche beinhalten im Herbst Klausenfrüchte. Die Verbreitung geschieht durch vorbeistreifende Tiere, an denen der Samen hängen bleiben kann.

Besonderes
Salvia glutinosa hat von den heimischen Salbei-Arten die größten Blüten mit entsprechend viel zuckerreichem Nektar tief am Blütengrund. Daher sieht der Beobachter bei der weit herausragenden Blüte besonders deutlich den bekannten „Schlagbaummechanismus“, eine interessante Bestäubungsökologie.

Dabei wird durch das Körpergewicht des blütenbesuchenden Insekts ein Hebelmechanismus ausgelöst. Er führt dazu, dass sich die Staubfäden über ein Gelenk nach unten beugen und die Staubbeutel die Pollen auf den Rücken des Insekts übertragen können. Besucht es nun eine andere ältere Blüte, wo die Narben des Klebrigen Salbeis bogenförmig nach unten hängen, so berührt der Blütenbesucher mit dem Rücken die Narbe und überträgt die fremden Pollen, womit die Bestäubung stattgefunden hat.

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