Kleine Wachsblume

Cerinthe minor

Betrachtet man die untersten Blätter der Pflanze, so fällt auf dass diese weiß gefleckt sind, ein typisches Merkmal der Kleinen Wachsblume. Trotz ihrer Seltenheit ist sie gerade im Nationalpark Donau-Auen teils in den östlichen Regionen anzutreffen.

Merkmale
Die länglichen Blätter von Cerinthe minor sind bis auf die untersten, die gestielt sind Stängel umfassend. Die Gestalt der Blätter zeigt eine schwache Verdickung, ein wachsartiger Überzug ist ebenfalls zu beobachten. Vermutlich leitet sich der deutsche Name von dieser Besonderheit ab.

Die Wuchshöhe erreicht 15-60 cm, die Farbe der Pflanze erscheint blaugrün. Teilweise ist eine violette Bereifung festzustellen, dadurch kann ein exotisches Aussehen entstehen. Obwohl eine Zugehörigkeit zu den Rauhblattgewächsen gegeben ist stellt sich die Art völlig kahl dar. Ihre Haare sind zu weißen Basalhöckern reduziert.

Die Pflanze trägt auffällige Blütenzipfel von Mai bis Juli, die Färbung ist hellgelb mit oft rötlich gefleckter Krone. Diese hängen leicht herab und neigen sich zu einer Spitze zusammen, wodurch die Blüte knospenartig geschlossen aussieht. Der Blütenstand ist mit großen Tragblättern ausgestattet. Die sich aus der Blüte entwickelten Samen sind bis zu 3 mm groß, es sind paarweise verwachsene Nüsschen mit ca. 5 mg Gewicht.

Interessanterweise entwickeln sich die Blüten sukzessive nacheinander, wodurch parallel ausgereifte Samen und Blüten zu beobachten sind, die Blütezeit umfasst dadurch einen langen Zeitraum.

Verbreitung
Der Ursprung der Verbreitung ist vermutlich der osteuropäische und asiatische Raum. Heute ist die Art auch in Mitteleuropa vertreten, jedoch ist das Vorkommen als insgesamt ziemlich selten einzustufen.

Gefährdung und Schutzstatus
Die Art gilt als gefährdet und wird in manchen Regionen bereits in Artenhilfsprogrammen berücksichtigt.

Lebensweise
Sollten die Lebensbedingungen passen, so keimt die Pflanze und bildet im 1. der 2 Lebensjahre eine Blattrosette aus die den Winter überdauert. Aus dieser wachsen im 2. Lebensjahr meist mehrere Blütenstängel. Es kann jedoch vorkommen, dass dieser Rhythmus sich verändert, dass die Lebenszeit bis zu 3 Jahren reicht oder schon im 1. Jahr ein Blütenstängel getrieben wird.

Der Boden sollte mäßig trocken und kalkhältig sein, dort wächst die Kleine Wachsblume meist in kleinen Gruppen. Das Vorkommen konzentriert sich entlang von Wegen und Ackerrändern beziehungsweise Dämmen.

Besonderes
Die Kleine Wachsblume kann an ihren Standorten mit den schweren Samen lange auf günstige Keimbedingungen warten. Dies kann man als „Platzhalterstrategie“ bezeichnen. Einmal besiedelte Flächen können lange besetzt gehalten werden.

Sobald der Boden offene Flächen aufweist kann die Keimung erfolgen. Natürlicherweise kann dies durch Erosion oder durch wühlende Tiere erfolgen. Die Pflanze nutzt also die kurzen Perioden zwischen offenem Boden und geschlossener Vegetationsdecke perfekt aus.

Neuigkeiten aus dem Nationalpark Donau-Auen Newsletter abonnieren