Misteln – Laubholz-Mistel

Viscum album

Die Laubholz-Mistel ist ein immergrüner Halbschmarotzer, der den Ästen von Laubbäumen aufsitzt und aus deren Holzteil Wasser und darin gelöste Mineralsalze entzieht.

Größere Exemplare können durch den sehr reichlichen Wasserentzug Äste zum Absterben bringen.

Merkmale
Die Laubholz-Mistel ist ein kleiner, bis 1 m im Durchmesser erreichender, gabelästiger, fast kugelig geformter, wintergrüner Strauch. Sie hat einen kurzen, kräftigen Stamm mit gelblich-grünen Zweigen, die sehr leicht in den Gelenken der Sproßverzweigungen abbrechen. Die ledrigen Laubblätter sind gegenständig, parallelnervig, von zungenförmiger bis lanzettlicher Form, 2- bis 5mal so lang wie breit, kahl und ganzrandig. Je nach Witterung bleiben sie den Winter über am Strauch oder werden abgestoßen.

Die Laubholz-Mistel ist zweihäusig und blüht von März bis Mai auf unscheinbare Art. Die anfangs grünlichen, später durchscheinend weißlichen bis gelblichen erbsengroßen Beeren reifen im November/Dezember oder auch erst im nächsten Frühjahr. Sie haben ein zähes, schleimiges, klebriges Fruchtfleisch und werden gerne von Vögeln gefressen (z. B. der Misteldrossel!)

Die Samen werden mit dem Kot auf anderen Ästen abgesetzt, bzw. klebt sie der Vogel bereits beim Säubern des Schnabels an die Zweige. Der Samen durchläuft eine Ruhepause bis März und beginnt nur unter bestimmten Temperaturbedingungen und vollem Lichtgenuß zu keimen. Der Keimling ist bereits in der Lage, mit seiner Senkwurzel in die Wirtspflanze einzudringen. Im darauffolgenden Jahr entwachsen dieser parallel zur Astachse laufende Rindenwurzeln, die bis ins Holz vordringende Senkwurzeln (Haustorien) ausbilden.

Verbreitung
Die Laubholz-Mistel ist eine eurasische Pflanze und über Süd- und Mitteleuropa, im Norden bis Skandinavien und im Osten bis Russland und Westiran verbreitet. In den Inneralpen fehlend, trifft man sie in Österreich in allen Bundesländern an. Im Nationalpark ist sie verbreitet, besonders auf Weiden und Hybrid-Pappeln.

Gefährdung und Schutzstatus
Weder in Österreich noch in Europa gefährdet.

Lebensweise
Die Laubholz-Mistel ist eine Halbschmarotzerpflanze, die die zu ihrer Entwicklung notwendigen organischen Baustoffe mit Hilfe des Blattgrüns (Chlorophyll) der Blätter und Zweige bildet und die Wurzeln in die Rinde und das Holz der jeweiligen Wirtspflanze treibt, um sich das lebensnotwendige Wasser und die darin gelösten Nährsalze zu beschaffen.

Den Bäumen wird dadurch zwar nicht sehr geschadet, aber allmählich verkümmern und entlauben die Äste durch Wassermangel und können letztendlich auch zum Absterben gebracht werden.

Besonderes
Aus dem klebrigen Samen, aber auch aus der ganzen Pflanze wurde früher der Vogelleim gewonnen. In vielen Ländern Europas, besonders in England ist sie ein beliebter Weihnachtsschmuck.

Die Laubholz-Mistel ist auch eine alte Heilpflanze die schon im Altertum hohes Ansehen genoss. Ihre Wirkstoffe haben eine harntreibende, krampflösende, blutdrucksenkende, gefäßerweiternde und herzstärkende Wirkung. Die Laubholz-Mistel soll eine wachstumshemmende bis abtötende Wirkung auf gewisse pflanzliche und tierische Tumore haben.

In der antiken und in der germanischen Mythologie spielte die Mistel eine große Rolle. Noch heute gilt sie als dämonenabwehrende und glücksbringende Pflanze. Die Mistel war auch in der Kunst ein beliebtes Motiv für Schmuck und Verzierungen aller Art, besonders im Jugendstil.

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