Mauerlattich

Mycelis muralis

Unter den gelbblühenden Korbblütengewächsen ist der Mauerlattich besonders gut erkennbar, da in den zahlreichen Blütenkörbchen lediglich 5 gelbe Zungenblüten zu finden sind. Die Blüten selbst sind auffallend blassgelb.

Merkmale
Die mehrjährige krautige Pflanze wird bis zu 80 cm hoch und besitzt einen aufrechten verästelten und sparrigen Stängel. Die darauf befindlichen Blätter sind fiederspaltig und kahl. Typischerweise hat das Blatt einen großen eckigen Endlappen. Diese charakteristischen Einschnitte können an das Knabbern von Hasen erinnern. Die Farbe des Blattes ist oberseits grün und unterseits bläulich-grün. Die untersten Blätter sind lang gestielt, die oberen Blätter umfassen den Stängel. Bei genauer Betrachtung kann man sehen, dass die Zungenblüten vorne gestutzt aussehen und 5 Zähnchen sichtbar werden.

Die Vermehrung geschieht ausschließlich durch Samen, die keulenförmig, etwas krumm und fast 3eckig erscheinen.

Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa wobei Lagen von bis zu 1700 m besiedelt werden.

Gefährdung und Schutzstatus
Mycelis murali ist in Mitteleuropa häufig zu finden.

Lebensweise
Der Name ist unglücklich gewählt, da Mauern bei weitem nicht der einzige Standort sind die dem Mauerlattich gefallen. Vielmehr gedeiht diese Pflanze in Wäldern, die auf nährstoffreichen mäßig feuchten und humusreichen Böden basieren. Steinige Böden spielen ebenfalls keine Rolle. Volles Tageslicht wird gemieden, Halbschatten oder Schatten wird bevorzugt. Den blühenden Mauerlattich kann man von Juli bis August antreffen, anschließend erstreckt sich bis Oktober die Fruchtreife.

Bei einer Verletzung von Mycelis muralis tritt Milchsaft aus.

Besonderes
Die jungen Blätter können von April bis September bei Bedarf gesammelt werden, sie schmecken wie frischer Blattsalat.

Durch die 5 Zungenblüten kann man sich leicht irreführen lassen. Die Insekten werden angelockt durch die 5 Blütenblätter, es ergibt sich der Schein einer einzelnen Blüte. Und tatsächlich, es funktioniert auch ähnlich. Die Insekten müssen beim Besuch nur einmal landen.

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