Lippenblütler – Purpurrote Taubnessel

Lamium purpureum

Die Purpurrote Taubnessel hat Blätter, die denen der Brennnessel sehr ähnlich sind aber keine Brennhaare aufweisen. Schon ab Februar sind die rot überlaufenen Blätter zu sehen, im März auch die Blüten.

Merkmale
Die Blüten sind Nektar führende Lippenblumen, die 10 bis 15 mm lang und damit doppelt so lang wie der Kelch erscheinen. Die Unterlippe ist unauffällig gezeichnet und mit einem großen 2teiligen Mittellappen sowie 2 kleineren, spitzen Seitenlappen versehen. Die Kronröhre besitzt innen einen quer laufenden Haarkranz.

Im Unterschied zur Gefleckten Taubnessel (Lamium maculatum), wo die Blütenröhre gleich nach oben abbiegt und dann wieder nach vorne verläuft, gleich einer S-Form, kommt die Blütenröhre bei der Purpurroten Taubnessel geradeaus aus dem Blütenkelch heraus.

Ebenfalls ein gutes Erkennungsmerkmal sind die jungen Blätter die purpurrot überlaufen die Spitze der Pflanze zieren, wodurch sich der Name ableiten lässt. Mit zunehmender Reife werden sie dunkelgrün. Die Form der Blätter ist herz-eiförmig, sie sitzen kurz gestielt an der Pflanze. Ihr Rand ist ungleich gekerbt-gesägt. Die Höhe beträgt bis zu 40 cm.

Verbreitung
Die Verbreitung erstreckt sich über ganz Europa bis auf einige wenige Inseln. Meereshöhen bis zu 1800 m werden besiedelt.

Gefährdung und Schutzstatus
Lamium purpureum ist in ihrem Bestand nicht gefährdet.

Lebensweise
Die Pflanze gehört zu den Lippenblütengewächsen. Es können selbst noch bei geringem Frost Blüten ausgebildet werden, eine Rarität unter den Pflanzen der einheimischen Flora.

Lamium purpureum gilt als charakteristischer Stickstoffzeiger und wächst nur an unbeschatteten Standorten. Schon seit der Bronzezeit erweist sich die Purpurrote Taubnessel als Kulturbegleiter. Als Pflanze mit Vorliebe für Ruderalflächen wächst sie häufig auf offenen Flächen, Wiesen und an Wegen. Besonders auf nährstoffreichen Lehmböden gedeiht sie sehr gut. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln mit ihren langen Rüsseln. Die Samen bestehen aus 4 kleinen Nüsschen am Grund des dauerhaften Kelchs, sie werden wie bei allen Taubnesseln durch Ameisen verbreitet.

Besonderes
Da im Winter oftmals noch keine Insekten zur Bestäubung der Blüte vorhanden sind, kann die Narbe auch bestäubt und damit befruchtet werden, ohne dass sich die Blüte öffnet. Diesen Vorgang nennt man Kleistogamie, eine Form der pflanzlichen Selbstbestäubung.

Für den Menschen besitzt diese einjährige krautige Pflanze Heilwirkung. Aus den getrockneten Blüten kann ein Tee bereitet werden, die darin enthaltenen Gerbstoffe, Vitamine und ätherischen Öle wirken bei Frauenleiden, Blasenleiden oder Darmbeschwerden erleichternd.

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